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Weniger Aktien: Kabel Deutschland speckt Börsengang ab
Die "Gelddruckmaschine" im Kabelnetz platziert 15 Millionen Aktien weniger am Markt als ursprünglich geplant. Trotzdem peilen die Besitzer einen Erlös von mehr als 800 Mio. Euro an.Das an die Börse strebende Unternehmen Kabel Deutschland (KDG) gibt weniger Aktien aus als zunächst geplant. Wie der Kabelnetzbetreiber am Mittwoch mitteilte, sollen lediglich bis zu 30 Millionen Aktien angeboten werden, zuzüglich einer Mehrzuteilungsoption von bis zu 4,5 Millionen weiteren Papieren.
Noch am Montag, als der Konzern seinen Börsenprospekt vorlegte, war von insgesamt bis zu 45 Millionen Aktien die Rede, das wäre die Hälfte des Unternehmens gewesen. Bei großer Nachfrage sollten noch weitere 6,75 Millionen Papiere nachgelegt werden.
Die Papiere sollen Anlegern von Donnerstag bis Freitag nächster Woche in einer Preisspanne von 21,50 bis 25,50 Euro offeriert werden. Das Emissionsvolumen könnte sich damit auf mehr als 800 Mio. Euro belaufen, die Nachrichtenagentur Reuters sprach von 880 Mio. Euro. Ein Unternehmenssprecher sagte, Ziel seien Einnahmen von wenigstens 700 Mio. Euro. Dies sei auch schon so am Montag mitgeteilt worden.
KDG versorgt neun Millionen Haushalte in 13 Bundesländern mit Fernsehen, Telefon- und Internetdiensten und peilt im Geschäftsjahr 2009/10 bis Ende März bei 1,5 Mrd. Euro Umsatz einen operativen Gewinn von etwa 650 Mio. Euro an.
Insider vermuten, dass die KDG-Eigner einen einzelnen Käufer locken wollen
Alle drei bisherigen Eigentümer, der US-Investor Providence, ein kanadischer Pensionsfonds sowie das Management geben beim Börsengang Anteile ab. Die Einnahmen der Erstnotiz sollen ausschließlich an die Eigentümer gehen - dem Unternehmen selbst fließt kein neues Geld zu. Größter Besitzer ist der US-Finanzinvestor Providence, der 88 Prozent an KDG hält.
Insider schlossen bereits am Montag nicht aus, dass Providence mit der Ankündigung des Börsengangs doch noch einen einzelnen Käufer anlocken könnte. Ähnlich war es im November Unitymedia ergangen: Die Nummer zwei am deutschen Kabelmarkt hatte sich kurz vor dem Börsengang der US-Kabelmogul John Malone über seinen damaligen Medienkonzern Liberty Global für gut 3,5 Mrd. Euro geschnappt.
Teil 2: KDG-Eigentümer hatten 5 Milliarden-Angebot ausgeschlagen
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10.03.2010
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