"In den vergangenen zwei Jahren haben wir alle Anstrengungen unternommen, um unsere klassischen Printwerke erfolgreich zu halten", sagt ein Brockhaus-Sprecher. Seit 2006 ist die 21. Ausgabe der Enzyklopädie auf dem Markt. 20.000 Exemplare wollte der Verlag verkaufen. Mindestens. Am Ende waren es viel weniger. Im vergangenen Jahr startete eine Künstler-Edition - gestaltet von Armin-Mueller-Stahl, limitiert auf 999 Exemplare - für 5000 Euro. Die Nachfrage war viel zu gering. Auch das "Welt-Lexikon", das der Verlag gemeinsam mit der gleichnamigen Tageszeitung für 2 Mio. Euro drucken ließ, war ein Flop. "Wir dachten, wir könnten in der Printwelt noch einmal glänzen", sagt Verlagschef Ulrich Granseyer. "Doch wir mussten einsehen, dass die Leute Informationen im Internet suchen."
"Dem Kunden 1,70 Meter Wissen zu verkaufen ist für die Lexikonverleger vielleicht noch ein Argument, aber die Zielgruppe bricht ihnen weg", sagt Klaus Böhm, Medienexperte der Unternehmensberatung Deloitte.
Es gibt zwar längst ein Brockhaus-Angebot im Internet - für Käufer der gedruckten Ausgabe. Oder als Bezahldienst. "Aber unsere Versuche mit Paid-Content haben gezeigt, dass das nicht funktioniert", sagt Granseyer. Und sein Sprecher fügt hinzu: "Wir galten lange als letzte Speerspitze des Paid-Content. Aber das hilft nicht, wenn es keiner kauft."