Kursinformationen und Charts
2008 konnte Time Warner den Umsatz zwar mit rund 47 Mrd. $ konstant halten, wegen gewaltiger Abschreibungen standen am Ende aber 13,5 Mrd. $ Nettoverlust in den Büchern. Im Eiltempo spaltet Time Warner nun Geschäftsfelder ab - dreht also jene Akquisitionsstrategie zurück, die der Konzern noch vor wenigen Jahren als überlebenswichtig pries.
Die Ironie der Geschichte: Rivalen wie Comcast gehen den entgegengesetzten Weg - und basteln an neuen Großübernahmen. Die Strategien widersprechen sich, aber sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: Die Veränderungen sind radikal. Und niemand hat eine Patentlösung.
Seit dem Jahr 2000 haben die großen Medienkonzerne zusammen weit mehr als 200 Mrd. $ abgeschrieben, rechnen die Branchenforscher Jonathan Knee und Bruce Greenwald vor. "Dagegen nimmt sich die rote Tinte bei der Citigroup als leichte Schamröte aus", schreiben sie in ihrem Buch "The Curse of the Mogul - What's Wrong with the World's Leading Media Companies". Die Abschreibungen bedeuten "echte Wertzerstörung infolge unerbittlicher Überbezahlung für Akquisitionen, ‚strategische‘ Investitionen und Verträge."