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18.10.2011, 14:51
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Angriff auf Verlage:
Ein Star in den USA - dank Amazon
Nach dem Buchhandel wälzt Amazon nun die Verlagswelt um. Das Versandhaus will im Herbst rund 120 Titel in Eigenregie veröffentlichen. Bei den Autoren ist der Neuling beliebt, die Verlage zittern um ihr Geschäft.
von Thorsten Schröder, New York
und Bernhard Hübner, Hamburg
Tablet-Boom
Das sind die iPad-Herausforderer
Bis vor wenigen Monaten war Oliver Pötzsch ein Schriftsteller wie viele. Seine Mittelalterkrimis verkaufen sich in Deutschland gut, aber nicht außergewöhnlich. Um genug Geld zu verdienen, arbeitet Pötzsch wochenweise als Redakteur beim Bayerischen Fernsehen. Seine Lesungen füllen oberbayerische Gasthäuser und schwäbische Buchläden. Eine lokale Größe, kein Weltstar. Bis
Amazon kam.
Kursinformationen und Charts
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Amazon
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170,6 EUR |
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Der US-Buchhändler übersetzte Pötzschs Roman "Die Henkerstochter" ins Englische und veröffentlichte ihn in den USA unter seiner neuen Verlagsmarke Amazon Crossing - als E-Book, für 99 Cent das Exemplar. In einem Monat verkaufte Amazon 100.000 Stück. "Dass das so ein Erfolg wird, haben sie wohl selbst nicht geahnt", meint Pötzsch. Heute steht sein Buch auf Platz drei der Bestsellerliste von "USA Today". Zu einer Lesereise in den USA wurde er empfangen wie ein Popstar, mit eigener Limousine und teuersten Hotels. "In den USA denken alle, ich wäre in Deutschland eine Berühmtheit", sagt Pötzsch. "Es ist richtig bizarr." So wenig Zeit Amazon brauchte, um Pötzsch zum Bestsellerautoren zu machen, so schnell hat der Onlinehändler die Verlagswelt auf den Kopf gestellt.
Nachdem der Konzern über das Internet zunächst Buchketten wie Borders oder Barnes&Noble und später mit dem E-Reader Kindle das traditionelle Buchgeschäft in Schwierigkeiten gebracht hat, fürchten nun auch die Verlage, Opfer des Siegeszugs des Onlinehändlers aus Seattle zu werden. Mit der Ankündigung, in diesem Herbst rund 122 Bücher im eigenen Verlag zu veröffentlichen, greift Amazon die Branche frontal an. Gestartet hat Amazon die erste Verlagstochter bereits 2009, doch erst diesen Mai machte das Unternehmen mit der Benennung des Branchenveteranen Larry Kirshbaum zum Chef des Verlagsgeschäfts ernst. Heute verlegt der Onlinehändler Bücher aller Genres, in sieben eigenen Verlagsmarken.
Teil 2: "Das Buchgeschäft ist derzeit alles andere als effizient"
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FTD.de, 18.10.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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