Vor allem in Deutschland ist der Ärger groß über diesen Dienst. Gegner fürchten um die Privatsphäre vieler Menschen, wenn Google ganze Städte und Gemeinden umfassend fotografiert und die Bilder ins Netz stellt.
Der Suchmaschinenkonzern geht in die Offensive. Trotz Kritik soll der Service in Deutschland in diesem Jahr eingeführt werden, sagte ein Konzernsprecher auf der Computermesse Cebit in Hannover. Die Fotos seien weitgehend geschossen. Der Dienst sei konform mit deutschem Recht. Autokennzeichen und Gesichter würden automatisch verpixelt, also per nachträglicher Bildbearbeitung unkenntlich gemacht.
Screenshot von Googles "Street View": Nutzer sollen sich Städte virtuell ansehen können
Zudem sollen Häuser auf Wunsch der Bewohner oder Besitzer herausgenommen werden. Auch nachträgliche Beschwerden seien möglich. Sobald die Programme zum Widerspruch fertig geschrieben sind, soll Street View hierzulande an den Start gehen.
In den USA gibt es den in Google-Maps integrierten Dienst bereits seit 2007. Er zeigt Straße für Straße die Ansichten ausgewählter Städte und läuft schon für 19 Länder.
Doch deutsche Verbraucherschützer lassen nicht locker und fordern ein einfacheres Verfahren für Beschwerden gegen Street View. Wer keine Abbildung seines Hauses oder seiner Wohnung im Internet hinnehmen wolle, dem dürften keine zusätzlichen Mühen aufgebürdet werden, meint etwa der nordrhein-westfälische Verbraucherschützer Klaus Müller.
Dass man sich nicht nur selbst im Netz über eine mögliche Abbildung informieren, sondern auch eine präzise Lokalisierung des Objektes angeben müsse, sei nicht akzeptabel. "Damit zwingt Google jeden, der sich wehren möchte, über den bloßen Widerspruch hinaus aktiv zu werden", sagt Müller.
Laut Google haben in Deutschland bisher mehr als 1000 Bürger vorsorglich Einspruch gegen die Darstellung ihrer Häuser eingelegt.