Doch einen Larry Page schüchtert keine noch so barsche Antwort ein. Schmidt und Page kommen überein, dass sie ihren Freund und Berater Al Gore für ihre Pläne einspannen, den ehemaligen US-Vizepräsidenten. So überliefert die Geschichte Ken Auletta, Autor des Buchs "Googled: The End of the World as We Know It".
Sie erzählt den Anfang des Google-Buch-Projekts, des Larry-Page-Projekts. 150 Millionen Bücher will Page einscannen lassen, bei 15 Millionen ist Google angekommen. Doch während Page fast kindlich naiv davon spricht, alles in der Welt verstehen und ordnen zu wollen und es dann den Nutzern zur Verfügung zu stellen, regt sich Widerstand. Verlage und Autoren klagen Google an. Page und Google verletzten das Urheberrecht, heißt es. Doch Google kämpft. Geht nicht gibt es nicht. Ein Larry Page kennt keine Grenzen. "Selbst wenn du mit deinen Ambitionen scheiterst, ist es sehr schwer, komplett zu versagen", sagte er einst. "Das ist etwas, was viele nicht verstehen."
Google - das ist den Gründern Page und Sergey Brin zufolge kein normaler Konzern. Immer wieder beklagen Analysten oder andere sogenannte Experten, dass Google zu viele Projekte gleichzeitig anfange. Das Unternehmen scannt Bücher, betreibt die Videoplattform Youtube, arbeitet an automatischer Übersetzung, will Autos automatisch fahren lassen, bietet Internettelefonie und Spracherkennung an, betreibt Software zur Erkennung von Gegenständen, hat ein Betriebssystem für Handys, programmiert einen Browser namens Chrome und will daraus auch gleich ein zweites Betriebssystem basteln. Und, und, und.
Manchmal, so scheint es, verkommt das eigentliche Kerngeschäft, die Google-Suchmaschine, die Erfindung Pages, fast zu einer Nebensache. Nur wenige Menschen verstehen, dass vieles irgendwie miteinander zusammenhängt oder mal zusammenhängen wird.