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Merken   Drucken   27.01.2011, 13:00 Schriftgröße: AAA

Attacke gegen Zuckerberg: Facebook-Hacker wehren sich gegen Börsengang

Peinlich für Mark Zuckerberg: Sein Profil auf Facebook wurde gehackt und verändert. Der Eintrag macht nicht nur Datenschutzprobleme offenkundig. Er wirft auch ein Schlaglicht auf die Risiken des für 2012 geplanten Gangs aufs Parkett. von Björn Maatz, Hamburg
"Lasst uns mit dem Hacken beginnen: Wenn Facebook Geld braucht, sollten sie nicht zu den Banken gehen, sondern die Nutzer investieren lassen." Mit diesen Worten beginnt der inzwischen wieder verschwundene Eintrag auf dem Profil von Facebook-Mitgründer Mark Zuckerberg . Die Nachricht stand lange genug auf der Site, um von IT-Blogs bemerkt zu werden und Nutzer zu Hunderten von Kommentaren zu animieren.
Die Forderung der Hacker: Facebook soll sich nicht von außenstehenden Investoren finanzieren lassen, sondern von innen, also von den Nutzern. Als Vorbild nennen sie den Wirtschaftswissenschaftler Mohammed Yunus, der für seine Idee der Mikrokredite den Friedensnobelpreis erhielt.
Das populäre IT-Blog Techcrunch wundert sich über die "merkwürdige und trunkene Nachricht". Die allerdings wirft Fragen auf - und bestätigt einmal mehr Datenschützer: Wenn es schon dem Facebook-Chef nicht gelinge, sein Profil vor Eindringlingen zu schützen, wie könne er dann die Privatsphäre seiner Nutzer garantieren, fragen sich Blogger.
Die Unruhe unter den Nutzern vor dem avisierten Börsengang erinnert an den Einstieg des umstrittenen Medieninvestors Rupert Murdoch bei Myspace. Dessen Engagement war neben der Konkurrenz durch Facebook und der Profillosigkeit des Portals eine der Hauptursachen für den massiven Rückgang der Nutzerzahlen.
Facebook ist 50 Mrd. Dollar wert. Das ist...

 

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Ungefährlich sind Investments in Soziale Netzwerke nicht - schon allein wegen Bedenken von Datenschützern, da Nutzer viel Privates auf solchen Plattformen preisgeben. Immer wieder wird Facebook daher auch von Politikern attackiert. Neue Gesetze könnten das Geschäftsmodell gefährden. Neben dieser Bedrohung von außen darf Facebook die Innenansicht nicht vernachlässigen: Wenn die Mehrheit der Nutzer mit den Börsenplänen nicht einverstanden ist, könnte das weltgrößte soziale Netzwerk ein Problem bekommen. Mit einem Massenexodus seiner Nutzer wäre Facebook schnell genauso tot, wie es zuvor in der Gunst der User und Investoren nach oben geschossen war.
Zudem steht und fällt der Wert Facebooks mit seinen Nutzern, die eine interessante Zielgruppe für Werbetreibende sind. Für viele User ist die Plattform mittlerweile das Tor zum Netz. Massenhaft werden Inhalte miteinander geteilt, was unter anderem auch Googles  Macht im Internet schmälert.
Wie schmal der Grat ist, zeigt Facebooks neuester Vorstoß: Das soziale Netzwerk will seine Nutzer künftig zu Werbebotschafter wider Willen machen. Wenn sie die Namen bestimmter Marken in ihren Einträgen erwähnen, können Werbetreibende diese hervorheben und dafür Geld an Facebook zahlen. Das Einverständnis der Nutzer setzt Facebook stillschweigend voraus.
  • FTD.de, 27.01.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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