Nachdem Kirch sich geweigert hat, den Rennställen Anteile an dem Formel-1-Veranstalter SLEC zu schenken, hat der Verband jetzt die Gründung einer Konkurrenzveranstaltung beschlossen und dies öffentlich bekannt gemacht.
Im Verband sind über die Mutterkonzerne Fiat, DaimlerChrysler, BMW oder Renault so gut wie alle Rennställe der Formel 1 vertreten. Die Kirch-Gruppe hält gemeinsam mit dem Medienunternehmen EM.TV 75 Prozent an der Formel-1-Holding SLEC. Diese Anteile haben 2,7 Mrd. $ gekostet. Der Rest gehört weiterhin dem Gründer der Formel 1, Bernie Ecclestone.
Eine konkurrierende Rennserie könnte für Kirch fatale Folgen haben, da populäre Teams wie Ferrari, McLaren-Mercedes oder Williams dann wohl nicht mehr unter dem Banner der Formel 1 fahren würden.
Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, denn die Teams sind bis einschließlich der Saison 2007 an die Formel 1 gebunden. Die Gründung einer Konkurrenzveranstaltung zu diesem frühen Zeitpunkt ist daher als Drohgebärde in Richtung Kirch zu sehen.
Zum Hintergrund: Als Kirch Ende des vorigen Jahres seinen Einstieg in die Formel 1 bekannt gab, waren die Automobilhersteller nicht begeistert. Sie fürchteten, dass Kirch die populären Rennen in einigen Jahren in sein Pay-TV Premiere abziehen könnte, was die Präsenz der Automarken im wichtigen deutschen Markt verringern würde. Kirch versicherte, dies nicht zu tun. Die misstrauischen Teams aber wollten zumindest an der SLEC beteiligt werden, zu einem Drittel - und zwar gratis. Ihr Argument: Wenn wir schon Millionen in die Teams stecken und damit die Formel 1 erst zu dem Spektakel machen, was sie ist, wollen wir auch Mitsprache und Gewinnbeteiligung. Gegenüber dem Formel-1-Gründer Ecclestone wagten sie eine solche Forderung nicht, gegenüber dem unerwünschten Neuling Kirch nun aber schon.
Für den Medienunternehmer Kirch sind solche Konditionen jedoch völlig inakzeptabel. Erst im Februar hat er für 25 Prozent an der SLEC 1 Mrd. $ gezahlt.