Nach Aufforderung der SEC, im Börsenprospekt alle Anteilseigner zu nennen, legt Zynga eine zweite Fassung des Börsenprospektes vor. Daraus geht hervor, dass neben Google auch die deutschen Brüder Samwer beteiligt sind. von Andrea Rungg
Die erfolgreichsten deutschen Internetunternehmer, die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer, haben sich finanziell am US-Onlinespielehersteller Zynga beteiligt.
Das geht aus einem mehr als 600 Seiten umfassenden Anhang zu Zyngas Börsenprospekt hervor. Das Unternehmen reichte die Papiere am Montag bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC nach.
Zynga will über eine Erstemission 1 Mrd. Dollar einsammeln. Banken und Anteilseigner spekulieren auf eine Firmenbewertung von mehr als 20 Mrd. Dollar. Über die Höhe der Anteile der Samwers gibt es keine Angaben. Eine Sprecherin des European Founders Fund, der Beteiligungsgesellschaft der Brüder, teilte am Dienstag mit, sie hätten sich wieder von ihren Anteilen getrennt. Der Spielehersteller war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Nach dem Schnäppchenvermarkter Groupon ist Zynga bereits das zweite Startup, das von der SEC angehalten wurde, den Prospekt zu überarbeiten oder zu ergänzen. "Die SEC hat die Internetblase zur Jahrtausendwende im Kopf und schaut sich die Prospekte daher genau an", sagte Reena Aggarwal, Finanzmarktexpertin an der Georgetown University in Washington.
Groupon musste unter anderem eine Aussage von Co-Chef Eric Lefkofsky kassieren, der sich entgegen der SEC-Regeln nach Einreichen des Prospekts öffentlich geäußert hatte. Lefkofsky hatte ein Investment in ein profitables Geschäft in Aussicht gestellt, obwohl Groupon unprofitabel wirtschaftet. Zynga musste nun alle Geldgeber offenbaren und erstmals zugeben, dass auch der Suchmaschinenbetreiber Google in das Unternehmen investiert hat.
Über die Summe ist nichts bekannt, US-Medienberichten zufolge lag das Investment zwischen 100 und 200 Mio. Dollar. "Als Börsenkandidat sollte man eigentlich alle Anteilseigner offenbaren. Ein Investor muss etwa wissen, wer aussteigt", sagte Aggarwal.
Der Börsengang von Zynga dürfte sich nun etwas verzögern. "Wenn man 619 Seiten nachreicht, muss man der SEC auch Zeit geben, sie zu lesen", sagte die Expertin.
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