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Merken   Drucken   20.05.2012, 15:35 Schriftgröße: AAA

Beziehungsstatus "Verheiratet": Facebook mit Börsenkater - Zuckerberg im Glück

So hat die Welt Mark Zuckerberg noch nicht gesehen: Mit Hochzeitsanzug, Krawatte und frischgebackener Ehefrau Priscilla Chan präsentiert er sich in seiner Facebook-Timeline - nur kurz nach dem Chaos beim Facebook-Börsengang.
© Bild: 2012 Reuters
So hat die Welt Mark Zuckerberg noch nicht gesehen: Mit Hochzeitsanzug, Krawatte und frischgebackener Ehefrau Priscilla Chan präsentiert er sich in seiner Facebook-Timeline - nur kurz nach dem Chaos beim Facebook-Börsengang.

Erst an die Börse, dann unter die Haube: Nach dem Rummel des - enttäuschend ausgefallenen - Aktienmarkt-Debüts hat für Facebook-Macher Mark Zuckerberg am Wochenende auch privat ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Der 28-jährige Multimilliardär heiratete seine langjährige Freundin Priscilla Chan. Das Paar gab die Vermählung als Statusänderung auf seiner Facebook-Seite bekannt. Dort zeigten die beiden auch ihr Hochzeitsfoto: Der sonst für seine lässigen Kapuzenpullis bekannte Firmengründer und -Chef trug ausnahmsweise dunkelblauen Anzug und Krawatte, die Braut ein ärmelloses weißes Kleid.

Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan auf einem offiziellen ...   Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan auf einem offiziellen Hochzeitsfoto

280.000 Facebook-Mitglieder gratulierten den Frischvermählten, indem sie deren Schritt mit einem "Gefällt mir"-Klick kommentierten. Die beiden hatten sich während des Studiums in Harvard kennengelernt. Chan, die hat vor kurzem ein Medizinstudium abschloss, hat nun einen sehr, sehr reichen Mann: Zuckerberg hält die Mehrheit der Stimmrechte am weltgrößten sozialen Netzwerks im Internet. Sein Facebook-Aktienpaket ist nach dem Börsengang fast 20 Mrd. Dollar wert.

Aber Zuckerberg muss bangen, dass es so bleibt. Zwar war die reißende Investorennachfrage bei der Erstemission (IPO) ein großer Erfolg. Der erste Handelstag wurde dann aber zum Flop. Die Facebook-Aktie  schloss am Freitag nur 23 Cent über dem - im Vorfeld kräftig nach oben getriebenen - Ausgabepreis von 38 Dollar. Marktteilnehmern zufolge sah sich Facebooks führende IPO-Bank Morgan Stanley gezwungen, mit massiven Stützungskäufen zu verhindern, dass der Kurs unter das Ausgabeniveau fällt. Wie Reuters ermittelte, hätte der Konsortialführer rein rechnerisch fast 2 Mrd. Dollar ausgegeben, wenn er in den letzten 20 Minuten des Handelstages alle bei rund 38 Dollar gehandelten Papiere aufgekauft hätte. An IPO-Gebühren nimmt Morgan Stanley Börsenunterlagen zufolge dagegen nur 67 Millionen Dollar ein.

Der Start sei kein gutes Zeichen für die Entwicklung der Aktie in den kommenden Tagen, sagte Channing Smith von Capital Advisors Growth. Die Erwartungen waren äußerst hoch: Einige Experten hatten Aufschläge von 50 Prozent bei dem weltgrößten IPO eines Internet-Unternehmens vorhergesagt. Es gab aber auch mahnende Stimmen. Experten verwiesen auch auf das hohe Emissionsvolumen sowie auf Zweifel am Geschäftsmodell.

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Skeptiker halten die aktuelle Börsenbewertung des erst acht Jahre alten Unternehmens in Höhe von 104 Mrd. Dollar für übertrieben. "Es genügen eine Papierserviette und ein Bleistift, um sich das auszurechnen", sagte Dave Rolfe von River Park Wedgewood. Es brauche gigantische Wachstumsprognosen, um dieses Volumen zu rechtfertigen. "Es gibt natürlich eine Menge Begeisterung und Überschwang, aber offenbar hat der Markt heute mit knallharten Kalkulationen angefangen", sagte Rolfe.

"Die begleitenden Banken sind im Sinne der Aktienverkäufer gierig geworden", urteilte der Investmentstratege Bill Smead. "Sie haben den Preis so hoch getrieben, dass es am ersten Tag keinen großen Auftrieb mehr gab." Nach Einschätzung von Investoren trugen auch technische Pannen dazu bei, dass das Interesse nicht so groß ausfiel wie erwartet. Die Börsenaufsicht will nun die Vorgänge untersuchen, die für Verwirrung um Kaufaufträge gesorgt hatten. Investoren und Broker blieben stundenlang im Unklaren über den Stand ihrer Orders.

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  • Reuters, 20.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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