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"Es gab einfach ein paar Punkte, auf die wir uns im Konsortium nicht verständigen konnten", sagte 3i-Deutschlandchef Stephan Krümmer der FTD. Details zu den Gründen für den Ausstieg wollte er jedoch nicht nennen.
Damit ist fraglich, ob der Kaufvertrag zwischen Holtzbrinck und den Investoren bereits am Montag unterzeichnet wird, wie zuletzt in Branchenkreisen angenommen. Sowohl Holtzbrinck wie die beiden verbliebenen Partner des Konsortiums bemühten sich aber am Freitag zu erklären, dass das Geschäft durch den plötzlichen Ausstieg von 3i nicht in Frage stehe: Die britische Investmentgesellschaft Mecom und der US-Fonds Veronis Suhler Stevenson (VSS) versicherten, sie würden nun ohne 3i mit Holtzbrinck verhandeln. Den 3i zugedachten Anteil an der Finanzierung werde vor allem VSS übernehmen, hieß es. Die Amerikaner hätten damit die große Mehrheit. Die Zeit drängt jedoch: In spätestens einer Woche läuft die Frist ab, in der Holtzbrinck exklusiv mit dem Konsortium verhandelt.
Streit um Verlagsführung
Während sich Mecom und VSS in der vergangenen Woche gegen den wachsenden Protest in der Belegschaft des Verlages und der Politik gegen einen Verkauf an Finanzinvestoren verteidigt hatten, war von 3i nichts zu hören. In Branchenkreisen hieß es gestern, der Ausstieg habe sich angebahnt. Es habe unterschiedliche Auffassungen darüber gegeben, wer die tragende Rolle im Konsortium und anschließend bei der Führung des Verlages einnehme: Mecom-Manager David Montgomery oder 3i-Deutschlandchef Stephan Krümmer.
"Es ist für jeden hier schleierhaft, wie so etwas so kurz vor dem Ende passieren kann", hieß es in Verhandlungskreisen. 3i habe den verbleibenden Partnern erklärt, dass es für den Rückzug "keine kommerziellen Gründe" gab. Krümmer sagte nur: "3i hat seit Jahren eine gute Partnerschaft mit Mecom und VSS. Einen Streit gab es nicht. In diesem Fall war es nur so, dass es ein paar Punkte gab, auf die wir uns nicht verständigen konnten." Man werde sich in jedem Fall mit großem Interesse weitere Medieninvestments in Deutschland ansehen.
Holtzbrinck will mit dem Verkauf sein Kartellproblem lösen. Der Stuttgarter Konzern hatte den Berliner Verlag 2002 vom Hamburgere Verlag Gruner + Jahr - Miteigner der FTD - übernommen, das Kartellamt untersagte den Deal aber, da Holtzbrinck in Berlin bereits den "Tagesspiegel" besitzt. Holtzbrinck, heißt es in Verlagskreisen, wolle das Geschäft zügig über die Bühne bringen.
DuMont muss warten
"Der Ausstieg von 3i ist ein Problem innerhalb des Konsortiums", sagte Jochen Gutbrod, Mitglied der Geschäftsführung des Holtzbrinck-Verlages, der FTD. "Es ändert sich nichts, wir sind rechtlich nach wie vor gebunden", so Gutbrod. Solange die Investoren ihr Angebot bis zum Ende der Frist aufrecht erhielten und ihre zu Beginn der Verhandlungen gemachten Versprechen einhielten, werde Holtzbrinck an die Investoren verkaufen. Dies hatte Geschäftsführer Michael Grabner bereits auf einer Mitarbeiterversammlung des Berliner Verlages am vergangenen Montag erklärt. Die Bedingungen seien in einem vierseitigen "Letter of Intent" festgelegt, so Gutbrod.
Damit wäre der Versuch des Kölner DuMont-Verlages, sich in letzter Minute noch einmal ins Rennen zu bringen, gescheitert. Heinz Kiegeland, Sprecher der Geschäftsführung von DuMont, hatte am Donnerstag gesagt, der Verlag habe ein verbessertes Angebot vorgelegt. Holtzbrinck-Manager Gutbrod sagte dazu: "Sollten die Verhandlungen mit Mecom und VSS zusammenfallen sehen wir uns das Angebot von DuMont selbstverständlich und sehr gerne noch einmal an."
DuMont hatte gehofft, der Widerstand des Berliner Verlages gegen die Übernahme durch Finanzinvestoren werde seinem Angebot zu Hilfe kommen. Die Mitarbeiter des Verlages, zu dem neben der "Berliner Zeitung" auch das Stadtmagazin "Tip" und der "Berliner Kurier" gehören, protestieren seit Tagen gegen den Verkauf an die Investoren. Sie fürchten massive Einsparungen. Vor allem der für seinen harten Sparkurs bei der britischen Mirror-Group bekannte Mecom-Manager Montgomery sorgt dabei für Unruhe. Auch Politiker, Verbände und Gewerkschaften haben sich gegen die Finanzinvestoren ausgesprochen.