An Facebook war bereits von Beginn an einiges anders als bei anderen IT-Startups. Es hat mit Mark Zuckerberg einen jungen Gründer, der sich seit seiner Kindheit durchs Leben programmiert; der sein Studium an der Eliteuniversität Harvard abbrach, um im Silicon Valley unter Gleichgesinnten sein Glück zu suchen; der mit 22 Jahren Milliardenofferten von Yahoo und Viacom ablehnte, der mit 24 Jahren von Microsoft -Chef Steve Ballmer ein Angebot über 15 Mrd. Dollar ausschlug.
Da machte das Unternehmen bescheidene Umsätze und über einen Gewinn brauchte man gar nicht erst reden. Es war schlicht die schiere Masse an Nutzern und entsprechende Daten, die Microsoft und Co. lockten. Dafür waren die Unternehmen bereit, fast jede Summe zu zahlen, nicht selten auch aus der blanken Angst heraus, das nächste große Ding zu verpassen.
Daran anknüpfend, waren auch die folgenden Investoren bereit, bald jede Summe zu zahlen - auch in Unkenntnis der Erträge Facebooks. Man wollte dabei sein, nicht nur als Nutzer. Über die letzten beiden Jahre stieg der Unternehmenswert dann immer höher, nun veranschlagt das Unternehmen selbst einen Wert von knapp 100 Mrd. Dollar, bei einem Jahresumsatz von zuletzt 3,7 Mrd. Dollar und einem Gewinn von 1 Mrd. Dollar. Rational ist das nicht.
Das Börsenprospekt gibt keinerlei Hinweise darauf, dass das Unternehmen in naher Zukunft jährlich ähnlich hohe Umsätze wie Suchmaschinenbetreiber Google generieren kann, nämlich zuletzt 37,9 Mrd. Dollar. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass der Gewinn sich binnen weniger Jahre verzehnfacht, dass Facebook schlicht den Schalter zum Gelddrucken findet. Zuletzt musste das Unternehmen aber zunächst einen Gewinnrückgang verbuchen, das Wachstum verlangsamte sich.
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Das Onlinenetzwerk hat ähnlich wie Google noch keine Antwort darauf gefunden, wie sich über Smartphones ebenso grandiose Werbeerlöse erzielen lassen, wie über Desktops. Doch den Smartphones, den mobilen Geräten gehört die Zukunft. Es fehlt ein ausgefeiltes Werbenetzwerk. Ja, Facebook ist in vielen Punkten noch am Anfang, wie es das Management betont. Aber mit einer Bewertung von 100 Mrd. Dollar gibt sich das Unternehmen etwas zuviel Vorschusslorbeeren. Wo ist denn da noch Spielraum nach oben, woher kommt die Zuversicht?
Die Geschichte von Mark Zuckerberg und Facebook sowie seinen mehr als 900 Millionen Nutzern, wäre auch ohne die absurde Summe von 100 Mrd. Dollar eine außergewöhnliche. Keine andere Website im Internet bekommt derzeit von Nutzern mehr Aufmerksamkeit. Unter allen IT-Startups ist Facebook derzeit zweifelsohne das Unternehmen mit dem größten Potenzial. Allein die Bewertung hinterlässt einen schalen Beigeschmack.
Wenn die Anteile alle zu dem Preis verkauft werden, war der Preis "richtig".