FTD.de » IT + Medien » Medien+Internet » Facebook, das Preisschild stört!
Merken   Drucken   05.05.2012, 11:35 Schriftgröße: AAA

Börsengang des sozialen Netzwerks: Facebook, das Preisschild stört!

Mit dem weltgrößten Onlinenetzwerk geht ein Unternehmen an die Börse, das über die Jahre ein solides Geschäftsmodell aufgebaut hat. Nur eines hinterlässt einen Makel - die Bewertung von Facebook.
© Bild: 2012 AFP/LEON NEAL
Kommentar Mit dem weltgrößten Onlinenetzwerk geht ein Unternehmen an die Börse, das über die Jahre ein solides Geschäftsmodell aufgebaut hat. Nur eines hinterlässt einen Makel - die Bewertung von Facebook.
von Andrea Rungg

An Facebook war bereits von Beginn an einiges anders als bei anderen IT-Startups. Es hat mit Mark Zuckerberg einen jungen Gründer, der sich seit seiner Kindheit durchs Leben programmiert; der sein Studium an der Eliteuniversität Harvard abbrach, um im Silicon Valley unter Gleichgesinnten sein Glück zu suchen; der mit 22 Jahren Milliardenofferten von Yahoo und Viacom ablehnte, der mit 24 Jahren von Microsoft -Chef Steve Ballmer ein Angebot über 15 Mrd. Dollar ausschlug.

Da machte das Unternehmen bescheidene Umsätze und über einen Gewinn brauchte man gar nicht erst reden. Es war schlicht die schiere Masse an Nutzern und entsprechende Daten, die Microsoft und Co. lockten. Dafür waren die Unternehmen bereit, fast jede Summe zu zahlen, nicht selten auch aus der blanken Angst heraus, das nächste große Ding zu verpassen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg   Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Daran anknüpfend, waren auch die folgenden Investoren bereit, bald jede Summe zu zahlen - auch in Unkenntnis der Erträge Facebooks. Man wollte dabei sein, nicht nur als Nutzer. Über die letzten beiden Jahre stieg der Unternehmenswert dann immer höher, nun veranschlagt das Unternehmen selbst einen Wert von knapp 100 Mrd. Dollar, bei einem Jahresumsatz von zuletzt 3,7 Mrd. Dollar und einem Gewinn von 1 Mrd. Dollar. Rational ist das nicht.

Das Börsenprospekt gibt keinerlei Hinweise darauf, dass das Unternehmen in naher Zukunft jährlich ähnlich hohe Umsätze wie Suchmaschinenbetreiber Google  generieren kann, nämlich zuletzt 37,9 Mrd. Dollar. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass der Gewinn sich binnen weniger Jahre verzehnfacht, dass Facebook schlicht den Schalter zum Gelddrucken findet. Zuletzt musste das Unternehmen aber zunächst einen Gewinnrückgang verbuchen, das Wachstum verlangsamte sich.

Das Onlinenetzwerk hat ähnlich wie Google noch keine Antwort darauf gefunden, wie sich über Smartphones ebenso grandiose Werbeerlöse erzielen lassen, wie über Desktops. Doch den Smartphones, den mobilen Geräten gehört die Zukunft. Es fehlt ein ausgefeiltes Werbenetzwerk. Ja, Facebook ist in vielen Punkten noch am Anfang, wie es das Management betont. Aber mit einer Bewertung von 100 Mrd. Dollar gibt sich das Unternehmen etwas zuviel Vorschusslorbeeren. Wo ist denn da noch Spielraum nach oben, woher kommt die Zuversicht?

Die Geschichte von Mark Zuckerberg und Facebook sowie seinen mehr als 900 Millionen Nutzern, wäre auch ohne die absurde Summe von 100 Mrd. Dollar eine außergewöhnliche. Keine andere Website im Internet bekommt derzeit von Nutzern mehr Aufmerksamkeit. Unter allen IT-Startups ist Facebook derzeit zweifelsohne das Unternehmen mit dem größten Potenzial. Allein die Bewertung hinterlässt einen schalen Beigeschmack.

23:34:03 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
    % 
    % 
  • FTD.de, 05.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
  • 05.05.2012 14:58:40 Uhr   jupea: Preisschild Facebook

    Wenn die Anteile alle zu dem Preis verkauft werden, war der Preis "richtig".

  • 05.05.2012 08:16:59 Uhr   Anton: Facebook = StudiVZ! Definitiv nicht kaufen!
  • 05.05.2012 00:40:16 Uhr   Kroko: Facebook einfach ignorieren
  • 04.05.2012 19:48:38 Uhr   susi: Kaufen oder nicht kaufen?
  • 04.05.2012 19:10:32 Uhr   fefernan: preisschild facebook
Kommentar schreiben Pflichtfelder*




Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler