Das Bundeskartellamt hat den beiden Sendergruppen signalisiert, dass es die Pläne für eine senderoffene Internetplattform nach dem Vorbild des US-Angebots Hulu nicht genehmigen wird. Beide TV-Unternehmen bestätigten der FTD, dass sie von der Bonner Wettbewerbsbehörde eine vorläufige Einschätzung zu dem Projekt bekommen haben. "Das Bundeskartellamt sieht dabei offenbar kartellrechtliche Probleme", hieß es.
Das sich abzeichnende Veto der Kartellwächter ist für die beiden führenden deutschen Privatsendern ein herber Rückschlag beim Aufbau eines Geschäftsmodells für digitale Videoinhalte im Internet. Gemeinsam wollten sie eine werbefinanzierte Plattform aufbauen, auf der die Nutzer kostenlos Nachrichtensendungen, Serienfolgen, Filme und Shows abrufen können - bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung im Fernsehen. Ausdrücklich hatten die beiden TV-Anbieter auch andere Privatsender und die öffentlich-rechtlichen Anstalten eingeladen, sich zu beteiligen. In der deutschen Fernsehlandschaft waren die Pläne nach ihrem Bekanntwerden im vergangenen August auf positive Resonanz gestoßen. Anders das US-Vorbild Hulu, dessen Expansion nach Europa stockt, sollte die deutsche Plattform keine Bezahlangebote enthalten.