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Merken   Drucken   23.02.2011, 21:11 Schriftgröße: AAA

Bonner Bedenken: Videoplattform der Privatsender vor dem Aus

Die gemeinsame Onlinevideoplattform der Privatsender Pro Sieben Sat 1 und RTL Deutschland steht vor dem Scheitern. Die Bonner Aufsichtsbehörde hat kartellrechtliche Bedenken. von Lutz Knappmann, Hamburg
Das Bundeskartellamt hat den beiden Sendergruppen signalisiert, dass es die Pläne für eine senderoffene Internetplattform nach dem Vorbild des US-Angebots Hulu nicht genehmigen wird. Beide TV-Unternehmen bestätigten der FTD, dass sie von der Bonner Wettbewerbsbehörde eine vorläufige Einschätzung zu dem Projekt bekommen haben. "Das Bundeskartellamt sieht dabei offenbar kartellrechtliche Probleme", hieß es.
Das sich abzeichnende Veto der Kartellwächter ist für die beiden führenden deutschen Privatsendern ein herber Rückschlag beim Aufbau eines Geschäftsmodells für digitale Videoinhalte im Internet. Gemeinsam wollten sie eine werbefinanzierte Plattform aufbauen, auf der die Nutzer kostenlos Nachrichtensendungen, Serienfolgen, Filme und Shows abrufen können - bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung im Fernsehen. Ausdrücklich hatten die beiden TV-Anbieter auch andere Privatsender und die öffentlich-rechtlichen Anstalten eingeladen, sich zu beteiligen. In der deutschen Fernsehlandschaft waren die Pläne nach ihrem Bekanntwerden im vergangenen August auf positive Resonanz gestoßen. Anders das US-Vorbild Hulu, dessen Expansion nach Europa stockt, sollte die deutsche Plattform keine Bezahlangebote enthalten.
Ein Screenshot der Onlineplattform Maxdome   Ein Screenshot der Onlineplattform Maxdome
Die Onlinepläne sind eine Reaktion der TV-Anbieter auf die zunehmende Verschmelzung von Fernsehen und Internet. Immer mehr Nutzer zeigen Interesse, Filme und Sendungen auch abseits starrer Sendezeiten zu schauen. Bislang haben die TV-Sender unabhängig voneinander Onlinevideoportale aufgebaut. Portale wie RTL now oder das Pro-Sieben-Sat-1-Pendant Maxdome setzen dabei stark auf Bezahlangebote, andere auf Gratisinhalte. Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Anstalten bündeln gebührenfinanzierte Programme. Der Versuch, eine zentrale Sammelstelle für diese Inhalte aufzubauen, scheitert nun offenbar vorerst.
Angesichts der dominanten Position der Mediengruppe RTL  Deutschland (RTL, Vox, Super RTL, N-TV, RTL II) und von Pro Sieben Sat 1  (Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1, Sixx) im deutschen Privatfernsehen hat das Kartellamt offenbar strenge Auflagen für die Digitalpläne gefordert. Die Prüfungsfrist war bereits einmal verlängert worden. "Ziel der Gespräche war eine Freigabe des Projekts auch unter Auflagen", sagte ein Sprecher der RTL-Mediengruppe Deutschland. "Am Ende jedoch waren die Vorstellungen des Amtes für uns nicht akzeptabel."
Das Kartellamt hat den Sendern nun bis zum 10. März Zeit für eine Stellungnahme gegeben. Doch die Chancen, dass die Plattform noch zustande kommt, stehen schlecht. "Wir werden die Möglichkeit nutzen, eingehend Stellung zu beziehen, und warten dann die finale Entscheidung des Amtes ab. Wir behalten uns vor, diese anschließend gerichtlich überprüfen zu lassen", hieß es bei den Sendern.
01:14:04 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Pro Sieben Sat 1 16,995 EUR   +0,47%  0.08
RTL Group 69,7 EUR   -0,43%  -0.3
  • Aus der FTD vom 24.02.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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01:13:41 Aktuelle Börsewerte
Name aktuell   
Microsoft 23,223 EUR   +0,72% 
Apple 447,135 EUR   -1,06% 
Google 471,554 EUR   -1,48% 
Intel 20,481 EUR   +0,19% 
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