Welcher Online-Auftritt gehört in jede Favoriten-Liste? Welche Webseiten lohnen den Klick nicht? Die Redakteure der FTD-Online geben ihrem Browser Futter.
Ja, es stimmt: ich bin ein Filmfreak. Früher prahlte ich mit meinem Halbwissen, indem ich alle Filme aufzählte (natürlich chronologisch korrekt sortiert), in denen irgendein Schauspieler auftrat, den man mir nannte. Film-Lexika und Fachliteratur standen nebeneinander in meinem Bücherregal. In Zeiten von VHS und BTX war das noch etwas ganz Besonderes. So besonders, dass es eigentlich niemanden - außer mich selbst - interessierte.
Inzwischen sieht die Sache anders aus. Dank Internet und schnellen Datenleitungen kann ich jederzeit und an jedem Ort auf die wichtigsten Infos aus Hollywood zugreifen. Selbst für Vorschauen von Filmen, die erst im nächsten Jahr starten, brauche ich nicht mehr ins Kino gehen, sondern kann sie alle auf dem heimischen Rechner anschauen.
Die wohl beste Anlaufstelle für Film-Verrückte ist die Internet Movie Database, eine Datenbank mit wahrscheinlich allen wichtigen Informationen zu jedem erdenklichen Film und Filmschaffenden. Neben Filmstarts und aktuellen Meldungen aus Hollywood gibt es unzählige Trailer anzusehen und (leider nur für US-Nutzer interessant) TV-Tipps sowie die Möglichkeit, Kino-Tickets direkt zu bestellen. Doch auch wenn viele der Services eher für den amerikanischen Markt gedacht sind, macht das Entdecken der Site auch hierzulande großen Spaß. Am schönsten und spannendsten ist es, sich einfach im umfassenden Angebot treiben zu lassen.
Ein Beispiel gefällig? Nach der Eingabe von "Stanley Kubrik" kann ich mir anschauen, bei welchen Filmen das verstorbene Genie die Regie führte. Einer davon ist "Spartacus". Klicke ich auf den Link kommt der direkte Verweis zur Link zur Kauf-DVD, schließlich gehört IMDB zum Versender Amazon. Der ist aber dezent in der rechten oberen Ecke der Site platziert.
Das Hauptaugenmerk gilt den Szenenfotos, Zitaten, Infos von den Dreharbeiten, Werbemotiven, den Pannen vom Dreh und, ganz klar, der Besetzungsliste. Bei "Spartacus" spielte Kirk Douglas die Hauptrolle, klickt man auf seinen Namen bekommt man alle Filme aufgeführt, in denen er mitspielte - mit Angabe von Produktionsjahr und den Filmtiteln in den verschiedenen Ländern. So hatte der 1971 gedrehte Film "A Gunfight" in Deutschland drei verschiedene Namen: "Die durch die Kugel leben - die durch die Kugel sterben", "Duell in Mexico" und "Rivalen des Todes".
Das ist so interessant, dass ich mehr über diesen Western erfahren möchte. Und die erste Info auf der entsprechenden Seite ist noch viel interessanter: Neben Kirk Douglas spielt der verstorbene Country-Sänger Johnny Cash die zweite Hauptrolle. Ein Blick in seine Biografie gibt wiederum Auskunft über die wichtigsten Stationen seines bewegten Lebens.
Wenn ich mehr Zeit hätte, könnte ich stundenlang weiter durch das Angebot surfen, über Verbindungen staunen und mich über gut recherchierte Fakten freuen. So wundere ich mich irgendwann auch nicht mehr, wenn ich bei IMDB auf die Daten von Moderations-Darsteller Carsten Spengemann stoße.
Wem das alles nicht reicht, kann Filme bewerten und sich in den unzähligen Foren mit anderen Cineasten austauschen. Und das ganze kostet noch nicht einmal etwas, die meisten Funktionen stehen den Nutzern gratis zur Verfügung. Wer mit anderen diskutieren will, muss sich lediglich kurz registrieren. Für Filmschaffende ist dagegen die Pro-Version für knapp 13 $ im Monat von Interesse. Abonnenten erhalten Zugriff auf tausende Kontaktadressen, Ansprechpartner in Studios, ausführliche Entertainment-News.
Eine sicher lohnende Investition, denn wie heißt es so schön: Kontakte sind alles! Bin auch schon auf der Suche nach meiner Kreditkarte...