Die Biografie von Bettina Wulff wird auf der Onlineplattform Amazon verrissen. Bei dem Onlineversand Amazon schrieben schon am Mittwoch schon mehr als 200 Kunden eine Rezension über das Buch "Jenseits des Protokolls". Die Mehrzahl äußerte sich negativ. Das Ergebnis am Mittwochnachmittag lautete: 1,6 von fünf möglichen Sternen. Von zuletzt 209 Bewertungen urteilten 175 negativ. Die volle Punktzahl wurde 25 Mal vergeben.
Das Buch, in dem die ehemalige First Lady auch Gerüchte über ihre angebliche Rotlichtvergangenheit dementiert, ist erst seit diesem Mittwoch offiziell im Verkauf. Vorab hatte Wulff in diversen Interviews auf "Jenseits des Protokolls" hingewiesen.
Viele der Kundenrezensionen auf Amazon bewerten nicht so sehr das Buch, sondern stellen die Person Bettina Wulff in den Mittelpunkt. Auch wenn einige Kommentare sich den Inhalten von "Jenseits des Protokolls" widmen, beschäftigt die Bewertenden vor allem die Frage, warum das Buch gerade jetzt erscheint.
Auch die Schlagwörter, die Amazon-Nutzer mit dem Buch verbinden, sind vielfach negativ. Dazu gehören: "Banal und langweilig", "schamlos", und "Geltungssucht". Bis vor wenigen Stunden war das Buch auch noch mit despektierlichen Schlagwörtern verknüpft. Diese entfernte Amazon inzwischen.
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Man gehe nach gängiger Praxis vor, sagte Amazon-Sprecherin Christine Höger der FTD. "Wir haben Regeln für die Tag-Nutzung, die beinhalten, dass keine ordinären oder obszönen Ausdrücke, aufhetzende oder böswillige Tags verwendet werden." Dass Amazon sich mit diesem Vorgehen speziell Bettina Wulff beuge oder durch die Google-Klage eingeschüchtert fühle, entspreche nicht den Tatsachen. Werde der Onlineversandhandel darüber informiert, dass Nutzer gegen die Bedingungen verstoßen, reagiere das Unternehmen umgehend - "wie auch in diesem Fall".
Die Frau des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff hatte kurz vor der Veröffentlichung ihres Buches Klagen gegen Fernsehmoderator Günther Jauch und den Google-Konzern eingereicht. Mit der Klage gegen Google sollte verhindert werden, dass bei Eingabe ihres Namens automatisch Suchbegriffe wie "Rotlichtvergangenheit" oder "Escort" auftauchten.
Medienberichten zufolge ist "Jenseits des Protokolls" ein Versuch Bettina Wulffs, ihr Image aufzupolieren. Der Riva Verlag in München, der das Buch auf den Markt brachte, zeigte sich von der Kritik auf Amazon überrascht und geschockt. "So in dem Ausmaß hat es das noch nie gegeben", sagte eine Verlagssprecherin. "In dem Maße war das nicht abzusehen." Pläne, gegen die Kommentare vorzugehen, gebe es aber zunächst nicht.
Mit DPA