FTD.de » IT + Medien » Medien+Internet » Bundesliga-Poker lockt nicht nur Sender

Merken   Drucken   01.11.2005, 09:13 Schriftgröße: AAA

Bundesliga-Poker lockt nicht nur Sender  

Im Poker um die TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga müssen sich die Interessenten auf harte Konkurrenz einstellen. Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) haben sich laut Bieterkreisen rund 30 Kandidaten registriert. von Lutz Meier, Berlin, und Isabell Hülsen, Hamburg
Ein Kameramann des Senders 'Premiere' filmt im Münchner ...   Ein Kameramann des Senders 'Premiere' filmt im Münchner Olympiastadion ein Spiel in der Fußball-Bundesliga
Darunter sind nicht nur die Sender ARD, ZDF, Pro Sieben Sat 1 , RTL , DSF und Premiere . Auch Agenturen wie Infront und Sportfive interessieren sich für Pakete, zudem Netzbetreiber wie Kabel Deutschland (KDG) und die Tochter der Deutschen Telekom , T-Online . Ihr wird unter Rechtehändlern Interesse an einem größeren Paket nachgesagt. T-Online bestätigt lediglich grundsätzliches Interesse an Rechten.
Bieterschluss wird laut Beteiligten am 1. Dezember um 12 Uhr sein. Am Dienstag will die DFL Details zur Ausschreibung veröffentlichen. Absehbar ist, dass es um einen neuen Dreijahresvertrag ab dem Sommer 2006 geht. Zwar können die Interessenten auch für eine kürzere Frist bieten, doch dies ist wenig wahrscheinlich. Fest steht auch, dass die Ausschreibung kaum Aufschluss über die endgültige Struktur der Bundesligaverwertung im Fernsehen geben wird. Denn die DFL plant, diverse konkurrierende Varianten für die Rechtepakete auszuschreiben. Damit gibt es also auch noch keine Vorentscheidung darüber, ob es bei der Bundesliga-Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen nach 18 Uhr - derzeit in der ARD-"Sportschau" - bleibt oder nicht.
"Argumentationspapier" an Manager verschickt
Dies ist trotz der vielen Bieter die entscheidende Frage im Rechtepoker. Sie wird im Wettbewerb zwischen ARD und Premiere entschieden. Bis zum letzten Tag versuchen beide Seiten zu beweisen, dass die Liga mit ihnen auf höhere Einnahmen zählen darf. So verschickte die ARD am Montag ein mehrseitiges "Argumentationspapier" an Fußballmanager. Darin rechnet der Sender vor, dass die Klubs von einem Zuschlag für das Erste finanziell profitieren würden. Die ARD führt vor allem das Argument ins Feld, dass die Sponsoringerlöse der Klubs gefährdet seien, wenn die Bundesliga nicht mehr vor rund sechs Millionen Zuschauern in der "Sportschau" läuft, sondern nur noch vor deutlich weniger Premiere-Kunden und eine Zusammenfassung erst um 22 Uhr gesendet würde, etwa im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. Die "Sportschau" garantiere den Sponsoren 60 Millionen Kontakte wöchentlich, so die ARD.
Sie taxiert die gesamten Sponsoringerlöse der Liga unter Verweis auf eine Studie der Beratungsfirma Deloitte auf rund 350 Mio. Euro. Den Sponsoren drohe ein Reichweitenverlust von 74 Prozent. Demnach müsse Premiere "konservativ gerechnet" mindestens 100 Mio. Euro pro Saison mehr als bisher zahlen, um den Reichweitenverlust für die Klubs auszugleichen. Bisher zahlt Premiere rund 180 Mio. Euro pro Saison.
Für den Pay-TV-Sender ist der Ligapoker von existenzieller Bedeutung. In seinen Plänen, nach denen die Zahl der Kunden bis Ende 2007 von jetzt 3,4 auf vier Millionen steigen soll, ist laut Premiere-Vorstand Hans Mahr "eine höhere Exklusivität bei der Bundesliga" eingerechnet. Bliebe es bei der "Sportschau" um 18 Uhr, wäre weiteres Wachstum also schwierig.
Premiere setzt eine eigene Rechnung gegen die ARD-Zahlen. Der Sender nimmt etwa Angaben der Forschungsfirma Sport & Markt zur Grundlage. Danach sind nur rund 190 Mio. Euro aus den Sponsoringerlösen je Saison überhaupt TV-relevant. Falle die "Sportschau" um 18 Uhr, würden die Sponsoringerlöse um maximal 13 Prozent sinken, so Mahr. "Wir werden Angebote machen, die diesen Rückgang berücksichtigen", so Mahr.
01:25:07 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Deutsche Telekom 8,163 EUR   -8,02%  -0.712
    % 
RTL Group 69,7 EUR   -0,43%  -0.3
Pro Sieben Sat 1 16,995 EUR   +0,47%  0.08
  • Aus der FTD vom 01.11.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen IT + Medien

Geheimer Smartphone-Prototyp entdeckt? Wir flüstern es Ihnen sofort weiter.

Beispiel   |   Datenschutz
Tweets von FTD.de Tech-News

Weitere Tweets von FTD.de

Internetmarken - News, Info und Bilder
Internetmarken - Die Internetmarken im Überblick

Welches sind die Top-Internetmarken, auf die wir nicht mehr verzichten wollen? Entdecken Sie alle wichtigen News, Hintergrundinformationen, Bilder und Infografiken zu den Top-Internetmarken von Amazon bis Twitter.mehr

  Bilderserie Von BASF bis ThyssenKrupp Das deutsche Chefwechseljahr
 



01:25:08 Aktuelle Börsewerte
Name aktuell   
Microsoft 23,223 EUR   +0,72% 
Apple 447,135 EUR   -1,06% 
Google 471,554 EUR   -1,48% 
Intel 20,481 EUR   +0,19% 
Advanced Micro Devices 6,22 USD   +3,32% 
  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

IT+TELEKOMMUNIKATION

mehr IT+Telekommunikation

MEDIEN+INTERNET

mehr Medien+Internet

COMPUTER+TECHNIK

mehr Computer+Technik

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote