Ein Kameramann des Senders 'Premiere' filmt im Münchner Olympiastadion ein Spiel in der Fußball-Bundesliga
Darunter sind nicht nur die Sender ARD, ZDF,
Pro Sieben Sat 1 ,
RTL , DSF und
Premiere . Auch Agenturen wie Infront und Sportfive interessieren sich für Pakete, zudem Netzbetreiber wie Kabel Deutschland (KDG) und die Tochter der
Deutschen Telekom ,
T-Online . Ihr wird unter Rechtehändlern Interesse an einem größeren Paket nachgesagt. T-Online bestätigt lediglich grundsätzliches Interesse an Rechten.
Bieterschluss wird laut Beteiligten am 1. Dezember um 12 Uhr sein. Am Dienstag will die DFL Details zur Ausschreibung veröffentlichen. Absehbar ist, dass es um einen neuen Dreijahresvertrag ab dem Sommer 2006 geht. Zwar können die Interessenten auch für eine kürzere Frist bieten, doch dies ist wenig wahrscheinlich. Fest steht auch, dass die Ausschreibung kaum Aufschluss über die endgültige Struktur der Bundesligaverwertung im Fernsehen geben wird. Denn die DFL plant, diverse konkurrierende Varianten für die Rechtepakete auszuschreiben. Damit gibt es also auch noch keine Vorentscheidung darüber, ob es bei der Bundesliga-Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen nach 18 Uhr - derzeit in der ARD-"Sportschau" - bleibt oder nicht.
"Argumentationspapier" an Manager verschickt
Dies ist trotz der vielen Bieter die entscheidende Frage im Rechtepoker. Sie wird im Wettbewerb zwischen ARD und Premiere entschieden. Bis zum letzten Tag versuchen beide Seiten zu beweisen, dass die Liga mit ihnen auf höhere Einnahmen zählen darf. So verschickte die ARD am Montag ein mehrseitiges "Argumentationspapier" an Fußballmanager. Darin rechnet der Sender vor, dass die Klubs von einem Zuschlag für das Erste finanziell profitieren würden. Die ARD führt vor allem das Argument ins Feld, dass die Sponsoringerlöse der Klubs gefährdet seien, wenn die Bundesliga nicht mehr vor rund sechs Millionen Zuschauern in der "Sportschau" läuft, sondern nur noch vor deutlich weniger Premiere-Kunden und eine Zusammenfassung erst um 22 Uhr gesendet würde, etwa im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. Die "Sportschau" garantiere den Sponsoren 60 Millionen Kontakte wöchentlich, so die ARD.
Sie taxiert die gesamten Sponsoringerlöse der Liga unter Verweis auf eine Studie der Beratungsfirma Deloitte auf rund 350 Mio. Euro. Den Sponsoren drohe ein Reichweitenverlust von 74 Prozent. Demnach müsse Premiere "konservativ gerechnet" mindestens 100 Mio. Euro pro Saison mehr als bisher zahlen, um den Reichweitenverlust für die Klubs auszugleichen. Bisher zahlt Premiere rund 180 Mio. Euro pro Saison.
Für den Pay-TV-Sender ist der Ligapoker von existenzieller Bedeutung. In seinen Plänen, nach denen die Zahl der Kunden bis Ende 2007 von jetzt 3,4 auf vier Millionen steigen soll, ist laut Premiere-Vorstand Hans Mahr "eine höhere Exklusivität bei der Bundesliga" eingerechnet. Bliebe es bei der "Sportschau" um 18 Uhr, wäre weiteres Wachstum also schwierig.
Premiere setzt eine eigene Rechnung gegen die ARD-Zahlen. Der Sender nimmt etwa Angaben der Forschungsfirma Sport & Markt zur Grundlage. Danach sind nur rund 190 Mio. Euro aus den Sponsoringerlösen je Saison überhaupt TV-relevant. Falle die "Sportschau" um 18 Uhr, würden die Sponsoringerlöse um maximal 13 Prozent sinken, so Mahr. "Wir werden Angebote machen, die diesen Rückgang berücksichtigen", so Mahr.