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Merken   Drucken   11.02.2012, 16:15 Schriftgröße: AAA

Bundesweite Großdemonstrationen: Tausende protestieren gegen Anti-Piraterie-Abkommen ACTA

Mit dem Gesetzesvorhaben soll das Urheberrecht  geschützt werden. Kritiker befürchten dagegen, dass das freie Internet beschnitten wird. In Deutschland liegt das internationale Abkommen derzeit auf Eis, mit Massenprotesten wollen die Gegner eine Verabschiedung verhindern.
© Bild: 2012 AFP/JANEK SKARZYNSKI
Mit dem Gesetzesvorhaben soll das Urheberrecht geschützt werden. Kritiker befürchten dagegen, dass das freie Internet beschnitten wird. In Deutschland liegt das internationale Abkommen derzeit auf Eis, mit Massenprotesten wollen die Gegner eine Verabschiedung verhindern.
Tausende Menschen sind am Samstag bundesweit gegen das Anti-Piraterie-Abkommen ACTA auf die Straße gegangen. Allein in München versammelten sich am Nachmittag bei eisiger Kälte nach Polizeiangaben rund 16.000 Gegner des Abkommens zum internationalen Urheberrecht in der Innenstadt.
Abgeordnete protestieren im polnischen Parlament gegen ACTA   Abgeordnete protestieren im polnischen Parlament gegen ACTA
In Berlin und Köln folgten Polizeiangaben zufolge jeweils etwa 2000 Demonstranten dem Aufruf zu der Aktion "ACTA ad Acta!". In ganz Deutschland sollten Demonstrationen in 60 Städten stattfinden. Weltweit rechnete der internationale Koordinator der Kampagne "Stopp ACTA", Sebastian Radtke, mit 150.000 bis 200.000 Protest-Teilnehmern.
Das auf Initiative der USA und Japans ausgehandelte Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) war am 26. Januar von der EU sowie von 22 der 27 Mitgliedsstaaten unterschrieben worden. Deutschland will das umstrittene Abkommen vorerst nicht unterzeichnen. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte Bedenken angemeldet.
Die Veranstalter der Proteste, zu denen auch die Piratenpartei und die "Occupy"-Bewegung gehören, befürchten, dass mit dem ACTA-Abkommen Freiheitsrechte im Internet beschnitten werden. Auf Plakaten forderten Teilnehmer der Berliner Kundgebung "Freiheit im Internet" oder "Für Reform des Urheberrechts". Andere trugen Masken der Hackerbewegung Anonymous.
"Es war eine erfolgreiche, friedliche und laute Demonstration. Die hohe Zahl der Teilnehmer zeigt, dass das Thema wichtig ist", sagte Veranstalter der Münchner Demonstration, Roland Jungnickel.
"Die wichtigste Kritik ist, dass das Abkommen undemokratisch und in Hinterzimmern entstanden ist", sagte der Grünen-Politiker Matthias Strobel aus Augsburg, wo seinen Angaben zufolge ebenfalls etwa 2000 Menschen gegen ACTA auf die Straße gingen.
  • dpa, 11.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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