Über den Kaufpreis wollten sich beide Parteien nicht äußern. "Das schnelle Wachstum von Citydeal in Europa hat bewiesen, dass das Groupon-Modell funktioniert", sagte Andrew Mason, Gründer und Chef von Groupon.
Citydeal ist vor knapp fünf Monaten gestartet und ein detailgenauer Klon von Groupon. Die Samwer-Brüder, Holtzbrinck Ventures, die Otto-Gruppe und der skandinavische Investor Kinnevik investierten insgesamt 15 Mio. Euro in das Berliner Unternehmen. Der deutsche Nachahmer hat eigenen Angaben zufolge innerhalb weniger Monate in 16 Ländern Büros aufgebaut und beschäftigt angeblich bereits 600 Mitarbeiter.
Citydeal ist das jüngste Unternehmen, das die drei Brüder Marc, Alexander und Oliver Samwer klonen - und anschließend an das Original verkaufen. Zur Jahrtausendwende gründeten sie das Internetauktionshaus Alando und stießen es nach nur sechs Monaten für 50 Mio. $ an das US-Original Ebay ab. Über ihre Beteilungsgesellschaft European Internet Holding, die einst als Rocket Internet firmierte, investierten sie zuletzt fast ausschließlich in deutsche Startups, deren Geschäftsmodell eins zu eins aus den USA übernommen wurde - darunter beispielsweise der Facebook-Klon StudiVZ.
Andrew Mason startete Groupon im November 2008; es gilt derzeit als eine der erfolgreichsten Neugründungen. Erst vor wenigen Wochen erhielt das Unternehmen frisches Risikokapital in Höhe von 135 Mio. $. Zu den Investoren gehören unter anderem die Facebook-Geldgeber Accel Partners und die russische Internetholding Digital Sky Technologies. Insgesamt erhielt das Unternehmen bereits 173 Mio.$. Nach der jüngsten Finanzierungsrunde hat das Unternehmen einen Wert von 1,3 Mrd. $.
Groupon ist eine Wortschöpfung aus Group und Coupon. Das Unternehmen preist auf der Website täglich Produkte oder etwa einen Restaurantbesuch in der näheren Umgebung eines Internetnutzers an. Kommen für einen sogenannten Deal genügend Teilnehmer zusammen, erhalten sie einen Gutschein mit einer Ersparnis bis 70 Prozent. Groupon erhält für die Werbung auf der Internetseite eine Vermittlungsprovision, sobald Nutzer die Coupons einlösen. Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge bereits profitabel, nennt allerdings keine genauen Zahlen. In den USA und Kanada beschäftigt die Jungfirma derzeit 300 Mitarbeiter.
Durch die Übernahme von Citydeal expandiert Groupon nun nach Europa. Der deutsche Klon hat eigenen Angaben zufolge bereits in 80 Städten lokale Werbepartner gefunden.
Teil 2: Keinem gelang die Kopie so gut