Zoosk funktioniert als Applikation für Facebook
Mag Zoosk für einige die große Offenbarung sein, so ist das Start-up für andere die große Bedrohung. Onlinedating ist ein Milliardengeschäft - und eines der wenigen Geschäftsmodelle, mit dem sich im Internet in den vergangenen gutes Geld verdienen ließ. Verlage wie Holtzbrinck, der hinter Parship steht, oder große Unternehmen wie die
Deutsche Telekom , die mit Friendscout24 in dem Flirtmarkt mitmischt, erwirtschafteten über Jahre hübsche Erträge. Doch der Wettbewerb wird härter: Neue Anbieter wie Zoosk positionieren sich als billige Alternative, die gerade die junge Generation "Facebook" anspricht. Zudem tobt unter den etablierten Anbietern ein Verdrängungswettkampf. Sie liefern sich eine regelrechte Werbeschlacht im Fernsehen und Internet - teilweise verschlingen die Marketingausgaben die Hälfte der Erlöse.
Die aktuelle Studie des Informationsportals Singlebörsen-Vergleich, die FTD.de exklusiv vorliegt, untermauert die Entwicklung mit Zahlen. Demnach büßten Singlebörsen wie Friendscout24, Neu.de oder Ilove 2010 bereits das zweite Jahr in Folge an Umsatz ein. Die Erlöse gingen von 75,8 auf 68,9 Mio. Euro zurück. Wachstum verzeichneten im vergangenen Jahr dagegen Partnervermittlungen wie Parship oder Elitepartner sowie Plattformen für erotische Kontakte wie C-Date oder Joyclub.
Insgesamt ziehen die Autoren der Studie ein eher kritisches Fazit. Sie sprechen von einer "gewissen Stagnation": "Alteingesessene deutsche Anbieter sind national an ihre Wachstumsgrenzen gestoßen. Die Akquisitionskosten für Neukunden sind signifikant gestiegen", schreiben die Experten von Singlebörsen-Vergleich, die als unabhängige Instanz Flirtbörsen testen und von diesen für ihre Beratungsdienste auch entlohnt werden.
Neue Akteure wie Zoosk oder Badoo, ebenfalls eine auf Facebook basierende Flirtböse, und niveauvolle Casual-Dating-Angebote nähmen den etablierten Singleportalen Marktanteile ab. "Dieser frische Wind zwingt die etablierten Player dazu, wieder vermehrt über Produktinnovationen anstatt nur über Marketingmaßnahmen nachzudenken", heißt es in der Studie. "Hinter vorgehaltener Hand kündigt der ein oder andere Vorstandschef neue Ideen an. Inwieweit diese bahnbrechend sein werden, muss sich natürlich erst noch herausstellen."