FTD.de » IT + Medien » Medien+Internet » Krieg unter den Liebesportalen

Merken   Drucken   22.07.2011, 07:15 Schriftgröße: AAA

Dating im Netz: Krieg unter den Liebesportalen

Onlinedating boomte jahrelang und war für Verlage und Großkonzerne eine sichere Einnahmequelle. Doch der Wettbewerb wird härter: Facebook-basierte Dienste gewinnen laut einer neuen Studie Marktanteile. Die Etablierten müssen umdenken. von Franziska Bulban und Tobias Bayer 
Das Ziel ist ganz einfach. "Dating that doesn't suck", was frei übersetzt so viel heißt wie: "Dating, das einen nicht annervt." Alex Mehr und Shayan Zadeh störten sich daran, dass Dating im Netz aus ihrer Sicht nach zu vielen Regeln und festen Konventionen abläuft, nach dem Motto: "Wenn du nicht in sechs Wochen verheiratet bist, bist du ein schlechter Mensch." Mehr und Zadeh bastelten deshalb an einer Flirt-Applikation für Facebook. Unverbindlich, einfach und mit vielen Bildern. Das Ergebnis ist Zoosk - und kann sich sehen lassen.
Aus der einfachen Applikation hat sich die größte Dating-Community in sozialen Netzwerken gebildet. Mehr als 50 Millionen Menschen machen mit, in mehr als 60 Ländern und in 20 Sprachen. 2007 gegründet, erzielte Zoosk vor allem über Gebühren für Premiumdienste im Jahr 2010 einen Umsatz von 90 Mio. Dollar. Das Erfolgsgeheimnis: Facebook ist beliebt, die Registrierung ist simpel - und das Extra-Hochladen von Fotos entfällt, weil die Bilder bereits im Netzwerk sind. Schon wird auf einen Börsengang spekuliert. Das wäre der große Zahltag für die jetzigen Eigentümer, neben den beiden Gründern sind das Canaan Partners, Bessemer Ventures und ATA Ventures.
Zoosk funktioniert als Applikation für Facebook   Zoosk funktioniert als Applikation für Facebook
Mag Zoosk für einige die große Offenbarung sein, so ist das Start-up für andere die große Bedrohung. Onlinedating ist ein Milliardengeschäft - und eines der wenigen Geschäftsmodelle, mit dem sich im Internet in den vergangenen gutes Geld verdienen ließ. Verlage wie Holtzbrinck, der hinter Parship steht, oder große Unternehmen wie die Deutsche Telekom , die mit Friendscout24 in dem Flirtmarkt mitmischt, erwirtschafteten über Jahre hübsche Erträge. Doch der Wettbewerb wird härter: Neue Anbieter wie Zoosk positionieren sich als billige Alternative, die gerade die junge Generation "Facebook" anspricht. Zudem tobt unter den etablierten Anbietern ein Verdrängungswettkampf. Sie liefern sich eine regelrechte Werbeschlacht im Fernsehen und Internet - teilweise verschlingen die Marketingausgaben die Hälfte der Erlöse.
Die aktuelle Studie des Informationsportals Singlebörsen-Vergleich, die FTD.de exklusiv vorliegt, untermauert die Entwicklung mit Zahlen. Demnach büßten Singlebörsen wie Friendscout24, Neu.de oder Ilove 2010 bereits das zweite Jahr in Folge an Umsatz ein. Die Erlöse gingen von 75,8 auf 68,9 Mio. Euro zurück. Wachstum verzeichneten im vergangenen Jahr dagegen Partnervermittlungen wie Parship oder Elitepartner sowie Plattformen für erotische Kontakte wie C-Date oder Joyclub.
Insgesamt ziehen die Autoren der Studie ein eher kritisches Fazit. Sie sprechen von einer "gewissen Stagnation": "Alteingesessene deutsche Anbieter sind national an ihre Wachstumsgrenzen gestoßen. Die Akquisitionskosten für Neukunden sind signifikant gestiegen", schreiben die Experten von Singlebörsen-Vergleich, die als unabhängige Instanz Flirtbörsen testen und von diesen für ihre Beratungsdienste auch entlohnt werden.
Neue Akteure wie Zoosk oder Badoo, ebenfalls eine auf Facebook basierende Flirtböse, und niveauvolle Casual-Dating-Angebote nähmen den etablierten Singleportalen Marktanteile ab. "Dieser frische Wind zwingt die etablierten Player dazu, wieder vermehrt über Produktinnovationen anstatt nur über Marketingmaßnahmen nachzudenken", heißt es in der Studie. "Hinter vorgehaltener Hand kündigt der ein oder andere Vorstandschef neue Ideen an. Inwieweit diese bahnbrechend sein werden, muss sich natürlich erst noch herausstellen."

Teil 2: Stellenabbau beim Marktführer, Telekom entdeckt die Erotik

  • FTD.de, 22.07.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen IT + Medien

Geheimer Smartphone-Prototyp entdeckt? Wir flüstern es Ihnen sofort weiter.

Beispiel   |   Datenschutz
Tweets von FTD.de Tech-News

Weitere Tweets von FTD.de

Internetmarken - News, Info und Bilder
Internetmarken - Die Internetmarken im Überblick

Welches sind die Top-Internetmarken, auf die wir nicht mehr verzichten wollen? Entdecken Sie alle wichtigen News, Hintergrundinformationen, Bilder und Infografiken zu den Top-Internetmarken von Amazon bis Twitter.mehr

  Bilderserie Von BASF bis ThyssenKrupp Das deutsche Chefwechseljahr
 



00:00:15 Aktuelle Börsewerte
Name aktuell   
Microsoft 23,223 EUR   +0,72% 
Apple 447,135 EUR   -1,06% 
Google 471,554 EUR   -1,48% 
Intel 20,481 EUR   +0,19% 
Advanced Micro Devices 6,22 USD   +3,32% 
  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

IT+TELEKOMMUNIKATION

mehr IT+Telekommunikation

MEDIEN+INTERNET

mehr Medien+Internet

COMPUTER+TECHNIK

mehr Computer+Technik

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote