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Weltwirtschaftsforum Davos 2007
  FTD-Serie: Die Verschiebung des Kräftegleichgewichts

Es geht mal wieder um nichts geringeres als die Zukunft der Menschheit: Im schweizerischen Skiort Davos treffen sich Top-Manager, Politiker, Künstler und Intellektuelle, um unter dem Motto "Die Verschiebung des Kräftegleichgewichts" über die wirtschaftlichen, sozialen, technischen und ökologischen Megatrends der kommenden Jahre zu sprechen.

Merken   Drucken   25.01.2007, 11:05 Schriftgröße: AAA

Davos 2007: www.chaos-sichten.de

Datenwirrwarr ordnen und Informationen aufbereiten - diese Aufgaben werden die nächste Entwicklungsphase des Webs dominieren. Darin sind sich IT-Experten einig. von Guido Warlimont (Davos)
Was kommt nach dem Web 2.0? Diese Frage diskutieren IT-Manager auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Die einfache Antwort mag Web 3.0 lauten. Doch hinter diesem Begriff steht eine Wolke von Ideen und Trends, die noch schwer fassbar ist. Klar ist jedoch: Im Internet werden minütlich so viele Informationen erzeugt, dass die große Herausforderung darin besteht, dieses Chaos zu sichten und aufzubereiten. Die von privaten Nutzern, Unternehmen oder Institutionen ins Netz gestellten Informationen schaffen eine riesige und großteils interaktive Datenbank - doch ist es derzeit praktisch unmöglich, darauf effizient zuzugreifen.
Wächst eine Web 2.0-Blase?

Diskutieren Sie mit!

Eine verpasste Chance, wie die IT-Manager in Davos meinen. In kleiner Runde diskutieren vor allem die traditionell optimistischen Amerikaner aus dem Silicon Valley, was sich aus dem enormen Wissenspool machen ließe. Denn dieser eröffnet jedem die Möglichkeit, auf dem Wissen Millionen anderer Internetnutzer aufzubauen: angefangen vom Hoteltipp, der die Urlaubsplanung erleichtert, bis zu Erfahrungsberichten mit neuen Geschäftsstrategien. Klug recherchiert lassen sich aus dem Internet Detailinformationen zur Wirtschaftsleistung spezifischer Regionen oder zum Markterfolg einzelner Unternehmen zusammentragen.
"Semantisches Web"
"Die richtige Suchtechnologie wird jetzt das Entscheidende", sagt der Forschungschef eines großen IT-Unternehmens aus den USA voraus. Und dabei denken er und seine Kollegen weit über das hinaus, was heute Google  am erfolgreichsten bietet.
"Semantisches Web" ist das Schlagwort, das häufig im Zusammenhang mit der nächsten Generation des Internets fällt. Dahinter steckt die Idee, die von Menschen für Menschen geschriebenen, fotografierten oder gefilmten Informationen so aufzubereiten, dass sie für Computer auswertbar sind. Webinhalte sollen zusätzlich mit Meta-Angaben (Daten über Daten) versehen werden, damit auch Computer sie interpretieren und gewichten können. Im Idealfall könnten Programme für eine von Menschen gestellte Frage eine übersichtliche und qualitativ gewichtete Antwort aus dem Internet liefern.
Mit Computern sprechen
Die Fragen - und das ist der nächste Trend - werden künftig übrigens immer seltener per Tastatur und Maus eingegeben. Nach Meinung vieler Experten wird sich die elektronische Sprach- und Bewegungserkennung zwischen Mensch und Maschine der Kommunikation von Mensch zu Mensch annähern. Wir werden künftig mit Computern vor allem sprechen, und sie werden an unseren Bewegungen erkennen, was wir wollen.
Eine weitere Dimension gewinnt das Internet, weil die Nutzer zunehmend über mobile Geräte auf das Web zugreifen. Gekoppelt mit inzwischen in hoher Qualität vorhandenen geografischen Daten lassen sich spezifische Informationen oder Dienste anbieten, die mit dem Standort des Nutzers zu tun haben. "Jede Polizei der Welt wird sich darüber freuen", frotzelt ein Manager. Denn die in vielen Ländern geltende Pflicht, Aufenthaltsdaten von Personen für polizeiliche Zwecke zu speichern, eröffnet auch hier neue Möglichkeiten der Überwachung.
  • Aus der FTD vom 25.01.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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