Fünf Dax-Konzerne nutzen Weblogs bereits, weitere fünf prüfen derzeit den Einsatz, lautete das Ergebnis einer Umfrage des Wirtschaftsmagazins "Capital". Danach sind es vor allem technikintensive Unternehmen wie
Siemens ,
BMW oder
DaimlerChrysler , die als erste auf das neue Kommunikationsinstrument setzten. Kleinfeld beispielsweise berichtet auf dem Siemens-Weblog von Besuchen bei Konzerntöchtern und bezieht Stellung zu neuen Techniken oder Trends.
Dabei gibt es Unterschiede: BMW und SAP bloggen im Internet, auch von außem kann jeder User auf die Weblogs zugreifen. Anderen ist soviel Öffentlichkeit noch etwas suspekt, die Blogs finden wie bei Siemens vorerst nur im hausinternen Intranet statt.
Bald sollen bei Siemens neben den Chefs auch die Mitarbeiter bloggen, im Rahmen der betriebsinternen Weblog-Richtlinien und im konzernweiten Corporate-Design. Weblog-Guidelines sollen verhindern, dass über das Online-Journal Betriebsinterna ausgeplaudert werden oder Mitarbeiter sich ihren Frust von der Seele schreiben.
Schnelle Reaktion
Helfen können Weblogs vor allem bei den sich oft schnell und unkontrolliert verbreitenden Angriffen aus der Netz-Gemeinde. Über klassische Medien funktioniert die Gegendarstellung meist nicht: Print- oder Fernsehmedien gelten bei vielen Usern nicht als authentisch, zudem sind sie deutlich langsamer als die oft blitzartig reagierende Blogosphäre, wie sich die Szene der Internet-Autoren nennt.
Im Unternehmensblog können die Firmen schnell und direkt auf Vorwürfe und Fragen der User reagieren. Dazu ist allerdings der Mut zur Öffentlichkeit nötig: Wer sich im eigenen Intranet einbuddelt, vergibt viele Möglichkeiten, mit dem Konsumenten in direkten Kontakt zu treten.