Facebooks will beim Börsengang 28 bis 35 Dollar für die eigene Aktien verlangen. Das geht aus dem am Donnerstag aktualisierten Börsenprospekt hervor. Damit peilt Facebook in einem ersten Schritt Einnahmen von insgesamt bis zu 11,8 Mrd. Dollar an. Ursprünglich hatte das Unternehmen mit rund 5 Mrd. Dollar deutlich weniger als die Hälfte einnehmen wollen.
Sollte es Facebook gelingen, die eigenen Papiere am oberen Ende der Preisspanne loszuschlagen, würde der Konzern mit knapp 100 Mrd. Dollar bewertet. Am unteren Ende würde die Bewertung 77 Mrd. Dollar betragen. Der Handel soll in spätestens zwei Wochen starten. Zuletzt war in Medienberichten über den 18. Mai spekuliert worden. Facebook hatte das langwierige Prozedere eines Börsengangs Anfang Februar offiziell begonnen.
Facebook wäre damit das höchstbewertete Internetunternehmen, das jemals an die Börse gegangen ist. Google kam bei seinem Börsendebüt im Jahr 2004 auf eine Bewertung von 23 Mrd. Dollar - ist inzwischen aber rund 200 Mrd. Dollar schwer. Facebook würde derzeit aber zum Beispiel den weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard (48 Mrd. Dollar) oder auch den weltgrößten Autohersteller General Motors (35 Mrd. Dollar) bei der Marktkapitalisierung übertreffen.
Allerdings kann sich an den Einzelheiten noch einiges ändern. Die zweiwöchige, auch Roadshow genannte Werbetour startet am Montag in New York. Später sollen Chicago und Boston folgen. Die Investorenreise endet laut einem Reuters vorliegenden Zeitplan im heimischen Menlo Park in Kalifornien. Kreisen zufolge wird Zuckerberg teilnehmen, was bislang unklar war. Nach der Roadshow steht fest, wie gefragt die Anteilsscheine tatsächlich sind, und Facebook kann einen endgültigen Ausgabekurs festlegen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist alles möglich - auch, dass das Unternehmen den Börsengang in letzter Minute abbläst.
Experten gehen davon aus, dass sich die Investoren um die Papiere des Netzwerks mit nach eigenen Angaben mehr als 900 Millionen aktiven Nutzern reißen. Trotzdem wurden zuletzt auch Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells laut - erst Ende April gab Facebook den ersten Umsatzrückgang zum Vorquartal seit mindestens zwei Jahren bekannt. Facebook ringt beispielsweise mit Google um die wertvolle Zeit der Internetnutzer, die sich wiederum bei Werbekunden in bares Geld verwandeln lässt.
Vor allem die zunehmende Nutzung des Internets über Smartphones und Tablet-PCs bereitet dem Unternehmen Sorgen. Bisher schalten Werbekunden lieber auf herkömmlichen Computern Anzeigen. Zudem sind sie bereit, dafür mehr zu zahlen als für Handywerbung. Facebook will in der mobilen Nutzung unbedingt wachsen. Die fürs operative Geschäft zuständige Managerin Sheryl Sandberg versicherte, dass die mobile Welt für das soziale Netzwerk keine so große Herausforderung wie für andere Unternehmen sei. Finanzchef David Ebersman kündigte an, der Internetkonzern werde in das mobile Angebot stark investieren, auch wenn noch unklar sei, wann oder ob es sich auszahle.