Post-Vorstand Jürgen Gerdes möchte keine Zeit verlieren
"Wir fangen schon früher mit dem Onlinebrief an, weil wir glauben, dass es auch ohne gesetzliche Grundlage einen Markt dafür gibt", sagte Gerdes. Der Manager nannte den Juli als wahrscheinlichen Startzeitpunkt für das Produkt, das zuvor mit einer massiven Kampagne beworben werden soll. Dann soll auch ein Markenname feststehen.
Die Post steht bisher in Konkurrenz zum Projekt De-Mail, das die etablierten Konzerne
Deutsche Telekom und United Internet unter Federführung des Bundesinnenministeriums vorantreiben. Anders als die Wettbewerber hat die Deutsche Post keinen Stamm von Millionen E-Mail-Kunden.
Den Nachteil versucht der Konzern auszugleichen, indem er früh am Markt ist und vor dem Start von De-Mail möglichst viele Kunden gewinnt. Wie im traditionellen Briefgeschäft kommt es auch hier auf Masse an. Mit dem kostenpflichtigen Internetbrief - bei dem Absender und Empfänger zweifelsfrei identifiziert sind - will die Post die seit Jahren sinkenden Gewinne in der Briefsparte ausgleichen.
Gerdes gab sich zuversichtlich, dass das Bürgerportalgesetz nicht die Entwicklungspartner der Regierung bevorteilen werde. Jens Dietrich, Projektleiter im Innenministerium, sagte, die Post sei "willkommen, die De-Mail-Standards zu erfüllen". Dadurch würde auch die Interoperabilität der konkurrierenden Angebote gewährleistet.