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  Cebit 2010 FTD-Serie: Grün und wolkig

Die Cebit steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Sicherheit. Zudem spielen Themen wie Green-IT und Cloud Computing vom 2. bis zum 6. März wieder eine wichtige Rolle in Hannover. FTD.de präsentiert in seinem Spezial Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   04.03.2010, 11:32 Schriftgröße: AAA

Deutsche Post: Onlinebrief juristisch nicht wasserdicht

Im Sommer soll der neue Hoffnungsträger der Post auf den Markt kommen. Rechnungen verschicken sollte man aber vorerst nicht per Onlinebrief. Denn es wird dauern, bis er rechtsverbindlich ist. von Leo Klimm  Hannover und Gregor Kessler 
Die Deutsche Post  nimmt zum Start ihres Onlinebriefs im Sommer in Kauf, dass das neue Angebot keine rechtsverbindliche Korrespondenz ermöglicht. "Das ist ein sicheres Produkt, aber nicht rechtsverbindlich", räumte Briefvorstand Jürgen Gerdes auf der Computermesse Cebit ein.
Damit fehlt dem Onlinebrief bei der Markteinführung ein zentrales Wertversprechen des herkömmlichen Briefs, der immer noch das Kernprodukt der Post ist.
Hintergrund ist, dass das Bürgerportalgesetz, das die Standards für rechtssichere Internetbriefe definiert, frühestens im Herbst in Kraft tritt. Erst wenn dann das Post-Angebot nach dem Gesetz zertifiziert ist, sind über das Webportal des Konzerns verschickte Schreiben rechtlich bindend.
Post-Vorstand Jürgen Gerdes möchte keine Zeit verlieren   Post-Vorstand Jürgen Gerdes möchte keine Zeit verlieren
"Wir fangen schon früher mit dem Onlinebrief an, weil wir glauben, dass es auch ohne gesetzliche Grundlage einen Markt dafür gibt", sagte Gerdes. Der Manager nannte den Juli als wahrscheinlichen Startzeitpunkt für das Produkt, das zuvor mit einer massiven Kampagne beworben werden soll. Dann soll auch ein Markenname feststehen.
Die Post steht bisher in Konkurrenz zum Projekt De-Mail, das die etablierten Konzerne Deutsche Telekom  und United Internet unter Federführung des Bundesinnenministeriums vorantreiben. Anders als die Wettbewerber hat die Deutsche Post keinen Stamm von Millionen E-Mail-Kunden.
Den Nachteil versucht der Konzern auszugleichen, indem er früh am Markt ist und vor dem Start von De-Mail möglichst viele Kunden gewinnt. Wie im traditionellen Briefgeschäft kommt es auch hier auf Masse an. Mit dem kostenpflichtigen Internetbrief - bei dem Absender und Empfänger zweifelsfrei identifiziert sind - will die Post die seit Jahren sinkenden Gewinne in der Briefsparte ausgleichen.
Gerdes gab sich zuversichtlich, dass das Bürgerportalgesetz nicht die Entwicklungspartner der Regierung bevorteilen werde. Jens Dietrich, Projektleiter im Innenministerium, sagte, die Post sei "willkommen, die De-Mail-Standards zu erfüllen". Dadurch würde auch die Interoperabilität der konkurrierenden Angebote gewährleistet.
Schmerzhafte Webkonkurrenz   Schmerzhafte Webkonkurrenz
IT-Experten hatten Zweifel geäußert, ob Onlinebrief und De-Mail Vertraulichkeit garantieren. Dagegen hob Gerdes das Sicherheitsniveau hervor, das der Onlinebrief im Gegensatz zur E-Mail biete. Die Nachrichten seien selbst für die IT-Administratoren der Post nicht einsehbar. Ähnlich äußerte sich De-Mail-Projektleiter Dietrich.
Weder die Post noch das De-Mail-Konsortium haben bisher bekannt gegeben, wie viel ein elektronischer Brief kosten wird. Branchenkreisen zufolge planen beide mit einem Stückpreis zwischen 10 und 20 Cent. Auch Flatratemodelle sind im Gespräch.
Vor allem Firmen, die viele Briefe verschicken, sollen so Porto sparen können. Allerdings ist zum Beispiel beim Rechnungsversand entscheidend, dass er rechtsverbindlich ist.

Teil 2: Erste Großkunden

  • Aus der FTD vom 04.03.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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