"The Incredibles" aus den Pixar Studios
Zuvor hatte
Disney -Vorstandschef Robert Iger laut US-Medienberichten vom Board die Genehmigung erhalten, 59 $ pro Aktie für
Pixar zu bieten. Iger wird Chef der Animationsabteilung des Gemeinschaftsunternehmens, der bisherige Pixar-Vize John Lasseter soll die Kreativabteilung führen.
Iger kauft mit Pixar Kreativität und technologisches Know-how ein. Seit mehreren Jahren hatte der kalifornische Traditionskonzern vergeblich versucht, an erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen. Seit dem "König der Löwen" glückte Disney nicht mehr viel. Der Trickfilm "Der Schatzplanet" geriet 2002 zu einem veritablen Flop. Auch "Chicken Little"- zu Deutsch "Himmel und Huhn" - konnte in den USA die hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllen.
"Wenn sich Disney Pixar einverleibt, wären alle Probleme auf einen Schlag gelöst", hatte Marla Backer, Analystin bei Soleil Securities, vor Abschluss des Geschäfts gesagt. Bisher hatte Disney das Marketing und den Vertrieb der Pixar-Filme übernommen. Diese Partnerschaft wollte Pixar-Chef Steve Jobs wegen eines Zerwürfnisses mit Igers Vorgänger Michael Eisner nach dem Filmstart von "Cars" im Sommer 2006 aufkündigen. Zu den erfolgreichsten gemeinsamen Projekten zählen "Toy Story", "Finding Nemo" und "The Incredibles".
Hierarchie trifft Kreative
Fraglich ist, ob die unterschiedlichen Unternehmenskulturen zusammenpassen. Disney gilt als strikt hierarchisch geführt, während Pixar Wert auf offene Kommunikation und umfassende Mitarbeiterbeteiligung legt. "Die größte Gefahr besteht darin, dass die kreativen Freidenker das Schiff verlassen", sagt Backer. Bisher produziert Pixar nur alle 18 Monate einen Film. Als Disney-Tochter müsste das Unternehmen wohl alle zwölf Monate zwei Filme fertig stellen, wie es beim Konkurrenten Dreamworks der Fall ist. "Das schmeckt den Pixar-Leuten bestimmt nicht", sagt Backer.
Kritisch beäugt wird die Rolle von
Apple -Vorstandschef Steve Jobs. Er rückt auch in den Verwaltungsrat des Medienkonzerns auf. Damit seien Interessenskonflikte verbunden, urteilt Espen Eckbo, Leiter des Corporate-Governance-Centers an der Tuck School of Business. "Er kann nicht gleichzeitig Wert für Apple- und Disney-Aktionäre schaffen, da Geschäftsbeziehungen existieren."
Jobs' Doppelrolle als Apple-Chef und Disney-Verwaltungsratsmitglied würde es Apple beispielsweise erschweren, Abkommen mit anderen Studios - Disney-Konkurrenten - für den Internet-Medienshop iTunes zu schließen. Apple hat ein großes Interesse daran, die Musik- und TV-Inhalte für iTunes breit von mehreren Anbietern speisen zu lassen.