Das Kartellamt hat die Räume des Werbevermarkters der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1, Seven One Media, durchsucht. Die Fahnder verdächtigen das Tochterunternehmen der Sendergruppe, seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt zu haben und wettbewerbswidrige Absprachen getroffen zu haben.
Die Ermittlungen seien Teil eines Verfahrens, das die Wettbewerbshüter gegen Werbezeitenvermarkter und Marktteilnehmer führten, teilte Pro Sieben Sat 1 in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit. Es geht der Mitteilung zufolge um einen "Verdacht auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung sowie wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei der Vermarktung von Fernsehwerbung". Die Durchsuchung sei vom Amtsgericht Bonn angeordnet worden. Das Medienunternehmen will die erhobenen Vorwürfe im Einzelnen prüfen, geht aber davon aus, dass sich der Werbezeitenvermarkter der Gruppe nicht kartellrechtswidrig verhalten habe. Seven One Media könnte, sollte sich der Verdacht bestätigen, ein Bußgeld drohen.
Pro Sieben Sat 1 wurde Ende Dezember durch die von den Finanzinvestoren Permira und KKR kontrollierte Lavena Holding 4 von einer Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban für rund 3 Mrd. Euro übernommen. Die Finanzinvestoren wollen den Münchner Konzern nun mit der ebenfalls von ihnen kontrollierten Sendergruppe SBS fusionieren und einen europaweit agierenden Konkurrenten für die RTL-Gruppe schaffen.
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