Weltweit hat Google in den vergangenen Jahren bereits zehn Millionen Bücher digitalisiert.
Kritiker des Vergleichs befürchten vor allem ein Monopol seitens Googles. Sie glauben, dass die Urheberrechte von Millionen Büchern künftig allein bei Google liegen, sofern Autoren ihre Ansprüche nicht geltend machen. Dies trifft vor allem auf Bücher zu, die nicht mehr lieferbar sind und deren Rechteinhaber unbekannt oder nicht auffindbar sind - sogenannte verwaiste Bücher. Google könnte dann für den Zugang zu den Büchern Gebühren verlangen. Daher fordern vor allem Wettbewerber eine faire Lösung.
In einer Anhörung der Kommission wiederholten am Montag europäische Buchverbände die Kritik am Vergleich und forderten die EU Kommission zum Einschreiten in New York auf.
Die hat sich allerdings anderen Plänen verschrieben. Nach einem Treffen mit Experten forderten EU-Medienkommissarin Viviane Reding und Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy die EU-Mitgliedstaaten auf, die eigenen Digitalisierungsbemühungen zu forcieren. "Wenn wir zu langsam digital werden, könnte die Kultur Europas in Zukunft darunter leiden", hieß es am Montag in Brüssel in einer gemeinsamen Mitteilung. Bislang sei nur ein Prozent der Bücher in Europas Nationalbibliotheken digitalisiert. Zugleich teilten beide Kommissare mit, dass sie das Urheberrecht neu regeln wollen.
Es solle ein einheitliches europäisches Urheberrecht geben. Wie genau es aussehen soll, teilten sie nicht mit. Kritiker werfen vor allem EU-Kommissarin Reding allzu große Sympathien für Google vor. Allerdings hieß es aus ihrem Umfeld, dass ein gemeines Urheberrecht besser für ein Vorgehen gegen Unternehmen wie Google sei. Google wiederum begrüßte die Entscheidung der Kommissare. "Mit einer einheitlichen, EU-weiten Lösung könnten wir unserer Dienste besser anbieten", sagte ein Sprecher des Konzerns.