Mit Kreiz erhält das Unternehmen seinen ersten dauerhaft ernannten Chef seit der fremdfinanzierten Übernahme durch ein Investorenkonsortium im vergangenen Jahr. Kreiz tritt die Nachfolge von Interimschef Aat Schouwenaar an.
Kreiz war noch bis 2007 Partner bei der Investmentgesellschaft Balderton Capital. Das Investorenkonsortium, das Endemol vergangenes Jahr gekauft hat, besteht im Wesentlichen aus Goldman Sachs Capital Partners, Mediaset und Cyrte Investments. Diese drei haben Kreiz überredet, den Posten als Endemol-Chef anzunehmen. Nach Informationen der Financial Times versicherten sie Kreiz, er könne trotz der Schuldenlast der Fernsehproduktionsfirma weitere Akquisitionen tätigen. Insgesamt hatten sechs Banken die 3,1 Mrd. Euro schwere Endemol-Übernahme finanziert. Sie treffen sich in dieser Woche in London und New York mit möglichen neuen Kreditgebern.
Sanjay Patel von Goldman Sachs Capital Partners sagte, Kreiz habe "in finanzieller und operativer Hinsicht herausragende Erfolge in kreativen Unternehmen" vorzuweisen. Während seiner Zeit bei Balderton saß der Israeli im Board von Setanta Sports und Codemasters, wodurch er Erfahrungen in den Bereichen Pay-TV und Videospiele sammeln konnte. Diese könnten sich als wertvoll erweisen, wenn es darum geht, Endemol zu diversifizieren."Endemol hat die Möglichkeit, sein Geschäft drastisch auszuweiten und die Konvergenz verschiedener Medien und Technologien maßgeblich mitzugestalten und voranzutreiben", sagte Kreiz. Er erwartet eine weitere Wachstumsperiode für das Unternehmen.
Kreiz leitet künftig ein Kreativteam in 20 Ländern muss dieses teilweise neu aufbauen, denn wegen des Buyouts von Endemol waren viele Topkräfte abgewandert. Der Manager ist ein enger Verbündeter des Medienunternehmers Haim Saban, mit dem er Fox Kids Europe gründete. Unter seinem Vorsitz wurde der Sender vor dem Verkauf an Walt Disney 2001 zu einem der am schnellsten wachsenden Pay-TV-Sender Europas.
Europäische TV-Produktionsfirmen durchlaufen derzeit eine weitere Konsolidierungswelle. Die RTL-Tochter Fremantle Media und ITV Productions aus Großbritannien etwa konkurrieren mit US-Sendern wie NBC Universal um die Übernahme unabhängiger Produzenten.