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Merken   Drucken   10.08.2011, 10:48 Schriftgröße: AAA

Enttäuschende Quartalszahlen: AOL-Aktie stürzt in den Abgrund

Regelrecht runtergeprügelt haben Anleger den Internetkonzern. Investoren verlieren zunehmend das Vertrauen in Unternehmenschef Armstrong, nachdem er einen erneuten Quartalsverlust und eine schwächer als erwartete Prognose ablieferte.
© Bild: 2011 AP
Regelrecht runtergeprügelt haben Anleger den Internetkonzern. Investoren verlieren zunehmend das Vertrauen in Unternehmenschef Armstrong, nachdem er einen erneuten Quartalsverlust und eine schwächer als erwartete Prognose ablieferte.
Der Internetkonzern AOL  hat an einem Tag gut ein Viertel seines Börsenwerts verloren. Auslöser für den Kurssturz waren am Dienstag ein abermaliger Quartalsverlust und eine schlechter als erwartet ausgefallene Prognose. Außerdem mehren sich an der Börse die Zweifel, dass es Konzernchef Tim Armstrong gelingt, den Onlinepionier von einem Zugangsanbieter zu einem werbefinanzierten Internet-Medienhaus umzubauen.
Die Anleger verlieren das Vertrauen in Armstrong   Die Anleger verlieren das Vertrauen in Armstrong
Die AOL-Aktie fiel bis zum US-Handelsschluss um 25,75 Prozent auf 11,19 Dollar. Im Handelsverlauf streifte sie sogar einen Tiefpunkt bei 10,37 Dollar. Dabei waren die zuvor vorgelegten Ergebnisse des zweiten Quartals nicht gerader berauschend, ließen auf den ersten Blick aber auch nicht vermuten, dass der Kurs in kurzer Zeit abstürzen würde. So war der Verlust mit 11,8 Mio. Dollar um ein Vielfaches geringer als das Loch von 1,05 Mrd. Dollar ein Jahr zuvor.
Der Umsatz sank zwar um acht Prozent auf 542,2 Mio. Dollar. Dabei gelang es aber, die Werbeerlöse um fünf Prozent auf 319 Mio. Dollar zu steigern - der erste Zuwachs seit längerer Zeit. Im Geschäft mit Internetzugängen gab es dagegen ein saftiges Minus von 23 Prozent auf 201,3 Mio. Dollar.
Vertrieb neu aufgestellt
AOL stellte im Juli seinen Vertrieb neu auf, um sich gegen Konkurrenten wie Google , Facebook und Twitter besser behaupten zu können. Zuletzt machte AOL vor allem mit Käufen außerhalb des klassischen Internetgeschäfts von sich reden. Der Konzern übernahm die angesehene US-Onlinezeitung "The Huffington Post" und kaufte das lokale Nachrichtenportal "Patch".
US-Medien zufolge war es vor allem die Prognose, die AOL den Zorn der Investoren bescherte. Der Konzern erwartet angesichts eines zuletzt abgeschwächten Werbegeschäfts ein operatives Ergebnis vor Abschreibungen von 340 bis 370 Mio. Dollar. Am Markt sei eher mit einem Wert bei 425 Mio. Dollar gerechnet worden, sagte etwa RBC-Analyst Ross Sandler dem "Wall Street Journal".
Die Anleger verlieren zunehmend die Geduld mit AOL und Konzernchef Armstrong. Seine Strategie, Kundenaugen für die Werbung auch mit teueren Übernahmen zu gewinnen, ist seit langem umstritten. So gab der Kurs bereits nach, als AOL in diesem Jahr für 315 Mio. Dollar die populäre Website "Huffington Post" kaufte. Im vergangenen Quartal verschlang die Übernahme den Großteil des Gewinns.
AOL war einst einer der führenden Internetkonzerne als Anbieter von Webzugängen und Portal mit Diensten wie E-Mail. Auf dem Höhepunkt fusionierte das Unternehmen mit dem Medienkonzern Time Warner. Die Firmenehe geriet jedoch zum Desaster und AOL wurde 2009 von Time Warner abgespalten und wieder solo an die Börse gebracht.
Am Dienstag kam es an den US-Börsen zu einer regelrechten Achterbahnfahrt in deren Verlauf der Elektronikkonzern Apple  erstmals für einen kurzen Zeitraum zum wertvollsten Unternehmen der Welt wurde. Apple kam zum Handelsschluss auf einen Wert von knapp 347 Mrd. Dollar und fiel damit wieder hinter den Energiekonzern Exxon Mobil  mit gut 348 Milliarden Unternehmenswert zurück.
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  • FTD.de, 10.08.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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