Die Inszenierung des Börsengangs gerät nicht nach der Regie von Mark Zuckerberg. Statt mit glänzenden Zahlen aufzuwarten und den Hype zu befeuern, muss Facebook zum ersten Mal seit mindestens zwei Jahren einen Umsatzrückgang von einem Quartal zum nächsten hinnehmen.
Und obendrein auch noch mit einem auf Jahressicht um zwölf Prozent auf 205 Mio. Dollar gesunkenen Nettogewinn klarkommen. Für ein Internetunternehmen, das angeblich rund 100 Mrd. Dollar wert sein soll, sind solche Zahlen alles andere als berauschend.
Zu einfach wäre es, jetzt lediglich darauf zu verweisen, dass das vierte Geschäftsquartal traditionell sehr stark ist und die Delle des ersten Quartals im Laufe des Jahres schon ausgebügelt wird. Facebook hat Schwächen, ist international bei weitem noch nicht so gut aufgestellt wie Google .
Fast die Hälfte seines Umsatzes macht das Netzwerk in den USA, ein Viertel in Europa. Die großen Wachstumsmärkte in Asien, Brasilien und Indien muten für Facebook mit einem Umsatz von rund 170 Mio. Dollar fast noch wie Testmärkte an. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Facebook gilt in der Werbewelt bisher lediglich als Plattform für Markenwerbung. Das lukrative Geschäft mit dem Abverkauf macht Google.
Facebook muss sein Werbenetzwerk dringend ausbauen und Kapital schlagen aus seinen 900 Millionen Nutzern, vor allem bei jenen, die das Netzwerk über Smartphones nutzen. Leichter gesagt als getan: Auch Google tut sich schwer, übers Handy attraktive Werbeerlöse einzustreichen.
Google, immer wieder Google - daran muss Facebook sich messen lassen. Nicht zuletzt, weil Investoren beim Börsengang auf eine Wiederholung dieser Mega-Erfolgsgeschichte hoffen. Deshalb auch die immens hohe Bewertung, die Facebook dazu verdonnern wird, über Jahre hinweg ein gigantisches Wachstum hinzulegen - und das in einem Markt, in dem es mittlerweile auch für Google nicht mehr so rasant vorwärts geht.