Es kommt selten vor, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) mit einem Urteil solche Begeisterung auslöst. "Fußballschauen wird billiger", titeln Medien schon wenige Minuten nach dem Spruch der Luxemburger Richter. Die hatten über den Fall einer britischen Wirtin entschieden, die in ihrer Kneipe statt mit einem teuren britischen Pay-TV-Abo Fußballspiele lieber mit einem billigen griechischen Satellitendecoder zeigte.
Heraus kam ein Urteil, das den kompletten europäischen Sportrechte- und Pay-TV-Markt neu ordnet. Griechische Anbieter dürfen den großen Sky-Sendern von Medienunternehmer Rupert Murdoch Konkurrenz machen - und Abos in England oder Deutschland verkaufen. Die Fußball-Ligen dürfen zudem Übertragungsrechte nicht mehr exklusiv für jedes EU-Land einzeln vergeben.
Das klingt wie ein Richterspruch, gegen den kaum ein europäischer Fußballfan etwas haben könnte. Doch in seiner Konsequenz dürfte das Urteil die großen Pay-TV-Anbieter noch mächtiger machen - und das Fußballschauen für viele Europäer teurer.