Es sind wieder einmal sensationelle Zahlen, die Apple für das erste Quartal veröffentlicht hat. 35,1 Millionen iPhones setzte der Computerriese in den ersten drei Monaten ab - ein Plus von 88 Prozent zum Vergleichsquartal 2011. Der zweite Star des Konzerns, das iPad, wuchs sogar um 151 Prozent.
Apples Nettogewinn kletterte um 93 Prozent auf 11,6 Mrd. Dollar und lag damit über den Erwartungen der Analysten. Viele Kapitalmarktexperten korrigieren jetzt ihre Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben, zumal Vorstandschef Tim Cook ankündigt, noch in diesem Jahr Innovationen auf den Markt bringen zu wollen. Schon bald könnte das wertvollste Unternehmen der Welt mit iTV den Fernsehmarkt aufrollen.
Stark ist auch das China-Geschäft. Fast 20 Prozent des Umsatzes machte der Konzern auf dem Festland, in Taiwan und Hongkong. Experten gehen davon aus, dass sich der Umsatz mit dem iPhone vor dem Launch der 5er-Serie etwas abflachen könnte. Danach sollte er wieder in die Höhe schießen. Die jüngste kleine Schwächephase hat die Aktie überwunden. Technologiefans kommen an dem Titel momentan nicht vorbei.
Wie man als etablierter Internetkonzern schnell wachsen kann, zeigt Google : Während Facebook schwächelt, legt der Suchmaschinenanbieter deutlich zu. Allein in den ersten drei Monaten 2012 kletterte der Gewinn um 60 Prozent auf 2,9 Mrd. Dollar. Bei diesen Wachstumsraten erscheint das momentan geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 niedrig. Die Wetten auf das Smartphone-Betriebssystem Android, die Videoplattform Youtube und den Browser Chrome scheinen aufzugehen. Den größten Teil des Umsatzes erwirtschaftet Google nach wie vor mit Werbebannern. Zwar kletterte die Anzahl der Klicks, doch die Preise sanken leicht. Aber das kann der Konzern verkraften. Momentan zweifeln Analysten eher, ob der 12,5 Mrd. Dollar teure Kauf von Motorola Mobility gut durchdacht war, mit dem Google wieder in das Hardwaregeschäft einsteigt. Laut Gerüchten soll der Konzern auch an einem eigenen Tablet arbeiten und könnte damit Samsung, Apple und Konsorten angreifen. Eher ein Flop ist bislang das soziale Netzwerk Google Plus. Falls es überhaupt zu einem ernsthaften Rivalen von Facebook avancieren kann, wird es noch eine ganze Weile dauern.
Sämtliche Ansprüche übererfüllt: Der Onlinehändler wächst momentan um jeden Preis - im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 34 Prozent auf 13,2 Mrd. Dollar. Dafür verzichtet Amazon auf einen höheren Gewinn. Der betrug in den ersten drei Monaten 130 Mio. Dollar oder 0,28 Dollar je Aktie. Im Vergleichsquartal des Vorjahrs lag er noch bei 200 Mio. Dollar. Analysten hatten mit Schlechterem gerechnet. Sie gingen von lediglich 0,07 Dollar Gewinn je Aktie aus. Der Aktienkurs legte nach der Meldung stark zu.
Mit Kampfpreisen versucht Amazon derzeit, mit dem Kindle Fire dem Konkurrenten Apple im Tablet-Geschäft Konkurrenz zu machen. Für 199 Dollar bietet der Konzern sein Produkt an, um Filme, Musik und Bücher darüber zu verkaufen. Mehr als die Hälfte aller in den USA abgesetzten E-Books stammen aus dem Hause Amazon. Vorreiter ist der Konzern auch im Wachstumsmarkt Cloud-Computing, und er sieht hier ein riesiges Potenzial. Im zweiten Quartal dürfte das Wachstum ähnlich hoch bleiben wie in den ersten drei Monaten. Amazon ist zwar schon hoch bewertet, allerdings top positioniert. Risikofreudige Anleger greifen bei der Aktie zu.
Wenn Chinesen schnell etwas loswerden wollen, wird nicht gezwitschert. Statt des in westlichen Industrieländern beliebten Nachrichtendiensts Twitter nutzen Kurzmitteilungsfreudige in China Tencent . Der IT-Gigant lotst mehr Menschen ins Internet als nationale Konkurrenten wie Sina.com und ist zugleich landesweiter Marktführer für selbst verfasste News im Telegrammstil - ein Angebot, das bei jugendlichen Besitzern leistungsstarker Smartphones immer populärer wird. Laut letztem Quartalsbericht haben sich rund 230 Millionen Nutzer bei Tencents Messaging-Dienst QQ registriert, ein sattes Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Attraktive Zusatzinhalte wie Onlinespiele runden das Sortiment ab.
Zwar gerät Tencent wegen seines allzu demokratischen Geschäftskonzepts immer wieder mal mit Regierungsstellen aneinander. So musste jüngst die Kommentarfunktion auf offizielles Geheiß hin vorübergehend deaktiviert werden. Das Wachstum aber kennt keine Limits. Vor allem die mit Raten von 54 Prozent in den vergangenen fünf Jahren enorm steigenden Werbeerlöse verleihen der Aktie reichlich Kraft.
Chinas Antwort auf Google heißt Baidu . Der Konzern ist mit einem heimischen Marktanteil von 79 Prozent aller Suchanfragen klare Nummer eins unter den Webdetektiven im Riesenreich. Im Dauerzwist um freie Webzugänge hatte der Rivale Google 2010 kapituliert und China verlassen. Zu Baidus Servicesortiment zählen Reiseportale und Angebote zum Download von Musikdateien. Die herausragende Position innerhalb der rund 500 Millionen Nutzer zählenden Internetgemeinde der Volksrepublik ist kein Zufall, sondern politisch gewollt: Regie-rungskritische Inhalte werden vom unternehmenseigenen Suchalgorithmus systematisch unterdrückt.
An den Methoden von Baidu gäbe es viel auszusetzen, am Geschäftserfolg nicht: In den vergangenen fünf Jahren stieg der Gewinn um 84 Prozent pro Jahr auf knapp 740 Mio. Euro. Die Bruttomarge von 52 Prozent beeindruckt Analysten, die kein Ende des rasanten Wachstums erkennen und der Aktie auf Sicht von zwölf Monaten zugestehen, um 45 Prozent zu klettern. Wegen des leicht enttäuschenden Quartalsausblicks schmierte der Kurs zuletzt ab. Clevere machen sich das zunutze.
Einige Änderungen, die Ebay in den vergangenen Jahren vorgenommen hat, sind wohl nicht bei allen Nutzern auf Gegenliebe gestoßen. Dem wirtschaftlichen Erfolg taten die Maßnahmen jedoch gut. So verblüffte das Online-Auktionshaus im jüngsten Quartal mit einem Umsatzsprung von 29 Prozent und einem Gewinnzuwachs von 20 Prozent. Es macht sich bezahlt, dass Ebay sich nicht mehr nur auf das Auktionsgeschäft verlässt, sondern stärker auf Festpreisanbieter setzt.
Die stärksten Impulse kamen vom Bezahldienst Paypal, dessen Erlöse um 32 Prozent kletterten. Er bestreitet 40 Prozent der Gesamterlöse. Gehen die Pläne von Ebay auf, soll die Sparte künftig sogar rund die Hälfte der Umsätze beisteuern. Schließlich lässt sich über den Bezahldienst längst auch auf fremden Websites einkaufen. Zudem drängt Paypal mit Macht in den stationären Handel. Seit Kurzem können Kunden beispielsweise in den Filialen der US-Baumarktkette Home Depot den Dienst nutzen. Die gute Ausgangslage beim Zukunftsgeschäft mit elektronischen Zahlungen und die angehobene Gewinnprognose dürften die Aktie auf neue Höhen treiben.
Den Aktienkurs in nicht einmal einer Dekade zu verhundertfachen bringen nur ganz wenige Unternehmen zustande. Priceline hat es geschafft. Allerdings musste das Unternehmen einen rasanten Kurssturz nach dem Platzen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende verdauen. Im Gegensatz zu damals ist der Kurs des Onlinereiseportals heute gut abgesichert. Die Umsätze wachsen rasant - im jüngsten Quartal um etwa 35 Prozent. Und weil die Margen ebenfalls zulegen, steigt der Gewinn noch stärker. Mehr als 60 Prozent der Erlöse werden mittlerweile außerhalb der USA erzielt. Während die etablierten Marken Priceline.com und Booking.com vor allem den europäischen Markt abdecken, profitiert das 2007 übernommene Portal Agoda.com von den Zuwächsen in Asien. Damit die Kassen weiter klingeln, investiert Priceline kräftig in die Werbung: Auf 20 Prozent des Umsatzes belief sich 2011 das Budget. Mit zunehmender Bekanntheit der Marke dürfte der Werbeanteil an den Erlösen sinken, was sich dann in höheren Gewinnen niederschlägt. Vor einem Einstieg sollten Anleger abwarten, bis die heiß gelaufene Aktie ihre Korrektur beendet hat.
Vier Vorstandschefs innerhalb von fünf Jahren sind für jedes Unternehmen ein untrügliches Zeichen einer Krise. Tatsächlich kämpft Yahoo gegen den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. Den Großteil des Kerngeschäfts bestreitet der Internetpionier nämlich mit Displaywerbung, wo ihm mit Google und Facebook zwei starke Konkurrenten erwachsen sind. Der seit Januar amtierende Firmenlenker Scott Thompson will nun gegensteuern. Dazu hat er dem Konzern eine neue Struktur verordnet, trennt sich von leistungsschwachen Bereichen und kündigt 14 Prozent der Belegschaft. Auch wenn die jüngsten Geschäftszahlen besser als erwartet ausfielen und der Quartalsumsatz zugelegt hat, bleiben Börsianer skeptisch. Verständlich, mahnen die zahlreichen Enttäuschungen der vergangenen Jahre doch zur Vorsicht.
Außerdem verdankt Yahoo das gute Abschneiden weniger dem Kerngeschäft als seinen asiatischen Beteiligungen, dem chinesischen Internetkonzern Alibaba Group und Yahoo Japan, ohne die das Ergebnis erneut rückläufig gewesen wäre. Bis sich die Zeichen für einen nachhaltigen Turnaround verdichten, bleibt der Titel auf der Beobachtungsliste.
Zwar hat das größte Businessnetzwerk noch keine lokale Lizenz in China. Dafür aber schon jede Menge Mitglieder: Zwei Millionen User nutzen die englischsprachige Plattform von Linkedin , um vor allem berufliche Kontakte zu knüpfen. Zum Börsengang galt die Aktie als viel zu teuer. Anders als manch anderer Newcomer hat sie aber nicht enttäuscht. Die Notierung kratzt wieder an der Bestmarke von 84,80 Euro. Seit dem Initial Public Offering hat sich der Unternehmenswert verdoppelt. Trotz der hohen Bewertung scheint der Siegeszug der Aktie noch nicht vorbei.
Der Vorteil gegenüber Konkurrenten: Anstatt ausschließlich durch Werbung finanziert sich Linkedin auch über Mitgliedsbeiträge. Es geht dabei nicht um Spaß, sondern ums Geschäft. Die Aussicht auf wichtige berufliche Kontakte scheint vielen Usern Geld wert zu sein. Mittlerweile hat das Netzwerk mehr als 150 Millionen Mitglieder.
Zuletzt übertraf Linkedin die Schätzungen der Analysten deutlich. Zwar dürfte die Luft nach oben etwas dünner werden, doch sollte es der Aktie gelingen, die Marke von 85 Euro zu überspringen.