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Merken   Drucken   16.11.2011, 15:53 Schriftgröße: AAA

Falscher Justin Bieber: Facebook kämpft mit Pornowelle

Das soziale Netzwerk hat ein Problem mit Pornos. Seit einiger Zeit verschicken Facebooknutzer anstößige Bilder - ungewollt. Das Unternehmen hat die Urheber der Spamattacken offenbar identifiziert und will gegen sie vorgehen.
Facebook hat eigenen Angaben zufolge die Verantwortlichen für die jüngste Pornowelle im Nachrichtenstrom einiger Nutzer identifiziert. Die Justizabteilung werde die entsprechenden Konsequenzen ziehen, hieß es. Mitglieder des sozialen Netzwerks bekamen unter anderem gefälschte Bilder von Justin Bieber bei sexuellen Handlungen, Pornofotos oder extreme Gewaltdarstellungen zugeschickt.
Vorsicht vor falschen Freunden   Vorsicht vor falschen Freunden
Die Bilder wurden offenbar von ahnungslosen Mitgliedern verschickt, die unabsichtlich bösartigen Javascript-Code in die Adresszeile ihres Browsers kopiert hatten. Die Fotos gingen dann an die Freundeslisten der Facebook-Mitglieder.
Facebook lebt davon, möglichst viele Daten seiner Nutzer zu sammeln, um auf deren Basis personalisierte Werbung zu vermarkten. In der Vergangenheit überraschte die Plattform ihre Nutzer mit neuen Funktionen. Das hat dem Unternehmen häufig Ärger mit Datenschützern eingehandelt. Facebook musste teils Zugeständnisse machen, und es den Mitgliedern ermöglichen, die neuen Angeboten auszuschalten.
Erboste Nutzer
Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge hat das Unternehmen im Umgang mit Nutzerdaten der US-amerikanischen Wettbewerbsbehörde inzwischen einen Kompromiss angeboten. Demnach müsste Facebook seine mittlerweile 800 Millionen Nutzer künftig bei "entscheidenden nachträglichen Änderungen", die deren Privatsphäre betreffen, vorab um Einwilligung bitten.
Als Facebook 2006 den Newsfeed einführte, war die Aufregung groß: Ungefragt bekamen sie plötzlich mitgeteilt, welcher Freund was getan hatte. Abstellen ließ sich die Informationsflut, die auch die Pornobilder verteilte, nicht.
Inzwischen habe Facebook den Schaden drastisch reduziert, hieß es. Accounts, die die entsprechenden Schwachstellen ausnutzten, wurden demzufolge geschlossen. Trotzdem empfiehlt Facebook seinen Nutzern, niemals unbekannten Code in das Adressfeld zu kopieren und aktuelle Webbrowser zu benutzen.
Der Sicherheitsspezialist Sophos befürchtet, dass Facebook einige seiner 800 Millionen aktiven Nutzer verlieren könnte, wenn die Spamflut nicht eingedämmt würde. "Facebook muss das Problem unter Kontrolle bekommen, weil die Bilder so anstößig sind, dass einige Mitglieder dem Dienst den Rücken kehren könnten", sagte Graham Cluley von Sophos. Einige Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter haben bereits angekündigt, dem sozialen Netzwerk den Rücken zu kehren. Facebook wolle alles unternehmen, um künftig ähnliche Attacken auszuschließen, hieß es von dem Unternehmen.
  • FTD.de, 16.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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