Wenn die Behörde im kommenden Jahr ein Bündel freier Rundfunkfrequenzen versteigert, soll sich der Gewinner der Auktion nach Martins Plänen dazu verpflichten, ein Viertel des Spektrums für ein nationales Gratis-W-Lan zur Verfügung zu stellen. Der kostenfreie Webzugang soll nur mit begrenzter Geschwindigkeit laufen und einen Jugendschutzfilter beinhalten. Der Anbieter könnte Werbung schalten und für eine optionale schnellere Verbindung Gebühren verlangen.
Der Plan folgt im Wesentlichen den Vorschlägen des kalifornischen Unternehmens M2Z, das 2006 bereits von sich aus eine Bewerbung für die Frequenzen eingereicht hatte. Das Konzept wurde damals aber abgelehnt. Bei den Netzbetreibern stößt Martins Vorhaben auf Widerstand. T-Mobile USA erklärte, dass durch die Nutzung der Frequenzen ein eigenes angrenzendes Spektrum gestört werden könnte. Der Ableger der Deutschen Telekom hatte diesen Frequenzbereich für 4,2 Mrd. $ ersteigert. Die Behörde verwies auf bereits absolvierte Tests, bei denen es zu keinen Störungen gekommen sei.
Ähnliche Projekte auf regionaler Ebene blieben in den vergangenen Jahren erfolglos. So wollten zahlreiche Städte, unter anderen San Francisco und Philadelphia, kostenlose Funknetze einrichten. Die Pläne scheiterten an der Finanzierung, der Aufbau der Netze wurde Unternehmen wie Google und Earthlink übertragen. Auch sie wollten mit Werbung und Gebühren für schnellere Verbindungen Geld verdienen. Vergangenes Jahr wurden fast alle Netze wegen mangelnden Umsatzes eingestellt.
Für Kevin Martin wird der Termin am 18. Dezember voraussichtlich die letzte FCC-Sitzung. Er ist Republikaner und wird nach dem Machtwechsel in Washington im Januar höchstwahrscheinlich durch einen Demokraten ersetzt. Außer Martin sitzen zwei Demokraten und zwei weitere Republikaner in dem Gremium. Seinen Vorschlag wird er aber eher mit den Stimmen der beiden demokratischen Mitglieder durchbringen. Anders als Martins Parteifreunde gelten sie als Befürworter des Plans. Ob die Entscheidung bereits im Dezember fällt, ist laut Auskunft eines FCC-Sprechers noch unklar.