Das teilte die Mediaagenturgruppe ZenithOptimedia am Montag mit. Vor diesem Hintergrund seien die Erwartungen erneut nach unten korrigiert worden, hieß es. Habe ZenithOptimedia für 2009 noch vor drei Monaten ein Wachstum der Werbeumsätze um vier Prozent erwartet, gehe die Gruppe nun von einem Schrumpfen des weltweiten Werbemarkts um 0,2 Prozent aus.
Damit bekommen die Medienunternehmen weltweit die Folgen der Wirtschaftskrise heftig zu spüren. Viele Unternehmen streichen angesichts der drohenden und zum Teil bereits deutlich messbaren Rückgänge bei Konsum und Investitionen ihre Marketingbudgets zusammen. Das Werbegeschäft ist daher höchst konjunkturabhängig.
In Deutschland rechnet die Agenturgruppe, die Unternehmen bei der Verteilung ihrer Werbebudgets berät, für 2009 mit einem Rückgang um 4,6 Prozent. Am stärksten treffe die Entwicklung die Zeitungsverlage, so die Marktprognose. Voraussichtlich 411 Mio. Euro würden die Werbungtreibenden weniger in dieses Medium stecken als 2008 - ein Minus von 6,1 Prozent. TV werde 3,5 Prozent der Erlöse einbüßen.
Lediglich in Onlinewerbung werde etwas mehr investiert als 2008, allerdings dürfte das Plus nur nur 1,2 Prozent betragen. "Die Zeiten des rasanten Werbewachstums im Web sind vorbei", erklärte ZenithOptimedia-Chef Michael Bohn. Das Unternehmen gehört zur Publicis Groupe, Europas größter Kommunikationsagentur. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) erwartet für 2009 hierzulande einen Rückgang der Investitionen in die Werbung von ein bis zwei Prozent.
Für das zu Ende gehende Jahr 2008 sagt der ZAW ein leichtes Plus von 0,3 Prozent auf 30,79 Mrd. Euro voraus und damit nahezu eine Stagnation. Die Werbeagenturgruppe Grey erwartet für 2008 ebenfalls kein Wachstum.
ZenithOptimedia befürchtet für 2008 sogar ein Minus von zwei Prozent im Werbemarkt. Das wäre der erste Rückgang seit dem Jahr 2003. Die Prognosen erstellt ZenithOptimedia vierteljährlich auf der Basis von Marktdaten sowie Budgeteinschätzungen eigener Kunden.
FTD, DPA