Das Enthüllungsportal ist nun über wikileaks.ch erreichbar. Registriert hat die Adresse die Schweizer Piratenpartei, wie die örtliche Domainverwalterin Switch mitteilte. "Wikileaks.ch" wurde vom Vorsitzenden der Schweizer Piratenpartei, Denis Simonet, reserviert. Auch der Domainname wikileaks.li (für Liechtenstein) ist bereits gesichert - laut Switch von einer Informatikfirma in Rickenbach bei Luzern.
Inzwischen sucht die französische Regierung nach Wegen, die Webseite von Datenbanken aus Frankreich zu verbannen. Das geht laut Reuters aus einem Brief von Industrieminister Eric Besson hervor. Wikileaks nutzt zum Teil die Datenbankdienstleistungen der französischen Firma OVH. Die Situation sei nicht aktzeptabel, schrieb Besson an Mitarbeiter seines Hauses.
Dass sich Internetseiten nicht einfach abschalten lassen, liegt an der Struktur des Netzes. Die Server können über verschiedene Adressen angesteuert werden. So findet sich auch über die URL http://46.59.1.2 die Wikileaks-Website. Dort sind inzwischen 640 der angekündigten 251.287 Dokumente von US-Diplomaten veröffentlicht. Eine weitere Möglichkeit ist die IP-Adresse http://88.80.13.160, die auf http://213.251.145.96/ umleitet.
EveryDNS begründete die Sperrung mit Sicherheitsbedenken. Durch verstärkte Hackerangriffe auf wikileaks.org könnte der Zugang zu anderen Websites des EveryDNS-Netzwerkes nur mit dem Abschalten der Domain gewährleistet werden. Der Internetdienstleister gewährt Zugang zu rund 500.000 Homepages.