Es ist das erste Mal, dass Google einen seiner Suchdienste in ein kommerzielles Projekt umwandelt. Die Produktsuche war lange Zeit ein beliebtes Instrument für Onlinehändler. Sie konnten ihre Ware kostenfrei einstellen und bekamen dafür Suchanfragen weitergeleitet. Für diesen Service müssen sie nun zahlen.
"Dieser Schritt schürt die Erwartungen, dass Google auch andere Dienste kostenpflichtig macht", sagte Danny Sullivan vom Fachdienst "Searchengine Land" der FT. Damit würde deutlich, dass Google nicht länger bereit sei, seine Dienste kostenfrei anzubieten. Ein weiterer Kandidat für einen kostenpflichtigen Dienst sei Google Places, das eine ortsbezogene Suche anbietet.
Im Oktober vergangenen Jahres machte Google auch den Kartendienst Maps für kommerzielle Anwender kostenpflichtig, wenn sie mehr als 25.000 Seitenabrufe pro Tag haben. Der Schritt zeigt, dass der Konzern seine Abhängigkeit vom Anzeigenverkauf verringern will. Das Unternehmen wird von Anlegern und Analysten häufig für diese einseitige Ausrichtung kritisiert.
Der Suchmaschinenkonzern wolle Nutzern, die online nach Produkten suchen, bessere Ergebnisse liefern. Zudem solle der Dienst nun als "gesponsert" ausgezeichnet werden, um deutlich zu machen, dass es sich um ein kommerzielles Angebot handelt, teilte der Konzern mit.
Es ist das Ende eines zehnjährigen Experiments, das unter dem Namen Froogle startete. Mit der Produktsuche versuchte Google, Produktinformationen aus dem Web herauszufiltern und separat anzuzeigen. Zum Start hieß es bei Google, der Konzern wolle den Dienst für Unternehmen kostenfrei anbieten, damit die Nutzer relevante und unverfälschte Ergebnisse bekämen.
Nach einer Übergangsperiode sollen in Google Shopping nur noch Produkte angezeigt werden, für deren Platzierung die Verkäufer zahlen. Die Platzierung solle nach Relevanz und Höhe der Bezahlung erfolgen.