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  FTD-Serie: Wie Technik unser Leben verändert

Telefonieren per Computer, Bezahlen mit dem Handy, virtuelle Meetings und Roboter, die den Hausputz übernehmen - intelligente Technik erleichtert uns nicht nur die Arbeit, spart Kosten und hilft, die Umwelt zu schonen. Sie hat auch entscheidenden Einfluss auf die Gesellschaft. In unserer Serie stellen wir Lösungen von heute und Ideen für morgen vor.

Merken   Drucken   20.11.2008, 10:00 Schriftgröße: AAA

Green IT: Große Speicher, kleine Geräte

Virtualisierte Server sparen Energie und Kosten, und sie bringen Effizienz ins Unternehmen. Standardlösungen gibt es aber noch nicht, jedes Unternehmen sucht nach einer individuellen Lösung.
von Thomas Soltau

Virtualisierung, die Simulation realer Server durch eine komplexe Software, ist ein scheues Pflänzchen. Lange existierte es im Schatten zimmergroßer Datenspeicher, die nicht nur mit Unmengen von Informationen gespeist wurden, sondern auch mit reichlich Energie.

Dank Unternehmen, die das Thema Green IT aus Kosten- und Imagegründen propagieren, steht die Virtualisierung wieder im Rampenlicht. Denn in vielen Bereichen der IT soll sie einen ökonomischeren Einsatz der Ressourcen ermöglichen.

Dazu passt, dass konventionelle ITK laut einer Studie von Gartner etwa zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verursacht. Damit steht sie als Treibhaussünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Hinzu kommt, dass technologischer Fortschritt und Raumnot eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern fordern. Allein zwei Drittel der Energie frisst dabei angeblich inneffiziente Kühltechnik.

Verfahren aus den 60er-Jahren

Rund 80 Prozent der IT-Organisationen weltweit nutzen Server-Virtualisierung heute für Test- und Entwicklungszwecke und etwa 40 Prozent auch im Produktivbetrieb", schätzt Richard Jones, Vice President bei der Burton Group, die IT-Unternehmen berät.

Kein Wunder, denn die zunehmende Vernetzung von Systemen und Anwendungen treibt Firmen zu einer schnellen Lösung, die neue Probleme minimiert. Als Rettungsanker bietet sich oftmals Virtualisierung an.

Dabei ist das Verfahren alles andere als neu: Beispiele finden sich bereits Anfang der 60er-Jahre. Vorreiter auf diesem Gebiet sind so genannte Emulatoren, die unter anderem entwickelt wurden, um Software für ältere Rechner auf neuen Geräten nutzen zu können. Bekannte Ableger sind etwa Drucker- und Terminalemulationen.

Stromersparnis bis zu 80 Prozent

Mittlerweile ist die Evolution mit mächtigen Schritten vorangekommen, wie aktuelle Lösungen von VMWare, Citrix und Microsoft beweisen. Mit ihrer Hilfe lässt sich eine Vielzahl von Servern auf einem einzigen Rechner betreiben. Die Folgen: Anschaffungs-, Lizenz-, Betriebs- und Energiekosten sinken.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich die verbleibende Hardware samt virtuellem Speicher effizienter verwalten lässt. Hersteller gehen von maximal 50 Prozent geringeren Ausgaben für Hardware und bis zu 80 Prozent Stromersparnis aus.

Aber wie in der IT-Branche üblich, mischt sich in die Freude über die Effizienz auch ein wenig Ratlosigkeit. Denn bei der Server-Virtualisierung geht jeder seinen eigenen Weg. "Eine Standardlösung für alle Betriebsgrößen und Einsatzszenarien gibt es nicht", sagt Bernhard Brandwitte, Marketing-Direktor für den Bereich Enterprise-Server bei Fujitsu Siemens Computers.

"Interessenten sollten daher zunächst mit Hilfe kompetenter Berater herausfinden, wo Virtualisierung am meisten gebraucht wird. Außerdem ist zu klären, welcher Virtualisierungsansatz am besten zur angestrebten Lösung passt."

Teil 2: Dell baut verbrauchsarme Rechner

  • FTD.de, 20.11.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland
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