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Merken   Drucken   13.06.2007, 15:56 Schriftgröße: AAA

Großer "Flickentag" bei Microsoft

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft hat erneut sogenannte Patches zur Verfügung gestellt, um Sicherheitslücken seiner Programme zu schließen. Diesmal ging es um besonders heikle Einfallstore für Hacker. Doch auch Firefox und Apple haben Probleme.

Eine Sicherheitslücke im Windows-Betriebssystem machte es bislang einem Angreifer möglich, das Opfer per Internet Explorer auf eine eigens präparierte Website zu locken. Dadurch erhielt der Hacker die Kontrolle über das fremde System – der Alptraum eines jeden Computernutzers. Mit dem aktuell verteilten Sicherheitsupdate ist das nun laut Microsoft so nicht mehr möglich.

Gern genutztes Einfallstor von Hackern: Der Internet-Explorer   Gern genutztes Einfallstor von Hackern: Der Internet-Explorer

Überhaupt ist es wieder einmal der Internet Explorer, den Microsoft mit besonders vielen Flicken aus Programmcode versorgen muss. Sechs der aktuell 15 Patches betreffen den Browser, mit dem trotz Konkurrenz wie Firefox rund 80 Prozent aller Computernutzer ins Internet gehen. Meist geht es darum, dass alleine das Ansteuern von speziell, in der Regel mit Javascript, programmierten Websites genügt, um Probleme zu verursachen. Hacker können dies zum Beispiel nutzen, um Inhalte anderer geöffneter Websites zu lesen. Besonders heikel kann dies werden, wenn gerade Geldgeschäfte getätigt oder vertrauliche Daten angeschaut werden.

Fehler in Konkurrenzprodukten

Dass vor allem Microsoft mit Sicherheitsproblemen zu tun hat, hängt vor allem mit der starken Verbreitung der Programme des weltgrößten Softwarekonzerns zusammen. Je mehr Anwender eine Software nutzen, desto lohnender ist es für Hacker, Sicherheitslücken auszuspähen und auszunutzen.

Auch nicht frei von Fehlern: Der Firefox-Browser   Auch nicht frei von Fehlern: Der Firefox-Browser

Aber auch die Konkurrenz ist nicht frei von Gefahren. So berichtete der polnische Experte für Computersicherheit Michal Zalewski in der vergangenen Woche von Problemen im Firefox, die, wie beim Explorer, beim Besuch einer präparierten Website Programmcode ausführen lassen. Diese Gefahr ist bislang nicht gebannt.

Auch Apple betroffen

Eine weitere Alternative zu Explorer und Firefox bietet seit neuestem Apple an. Den hauseigene Browser Safari gibt es seit Montag auch in einer Windows-kompatiblen Version. Aber auch hier zeigte sich das klassische Dilemma: Je mehr Aufmerksamkeit ein Browser auf sich zieht, desto mehr Sicherheitslücken werden bekannt. So beschrieben nur einen Tag nach der Vorstellung der Windows-Version von Safari die drei Sicherheitsexperten Aviv Raff, David Maynor und Thor Larholm unabhängig voneinander gleich mehrere Sicherheitsprobleme des Apple-Produkts auf ihren jeweiligen Websites.

Seit 2003 hat Microsoft das Verschicken der Sicherheitsupdates auf den zweiten Dienstag im Monat gebündelt. Aufgrund der Zeitverschiebung kommen die Programme bei den europäischen Nutzern in der Regel am Mittwoch an.

  • FTD.de, 13.06.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland
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