Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart gibt in seinem "Morning Briefing" genannten morgendlichen Newsletter ein feines Versprechen: "Marktwirtschaft braucht Meinung. Und zwar mindestens zwei. Deshalb bieten wir den brillantesten Kommentatoren der FTD eine neue Heimat auf unseren Meinungsseiten. Den Auftakt macht heute Andrew Gowers, Gründungs-Chefredakteur der FTD. Er warnt uns davor, an ein Europa ohne Großbritannien zu denken."
In der Tat hat Gowers mit "Handelsblatt"-Kommentarchef Torsten Riecke dieses eine Stück verabredet. Mehr aber auch nicht. In einer E-Mail an einen FTD-Redakteur fand Gowers deutliche Worte: "I have not agreed to write regularly for HB, and am most unlikely to do so, not least because as you know I regard HB as a deeply inferior newspaper."
Später schob er noch nach: "I just sent him a note complaining about his tasteless, poorly-judged and misleading remarks and saying I will never write a column for his shit, declining newspaper! You can tell that to the colleagues too."
In einem Radiointerview nannte Steingart auch Ex-Chefredakteur Christoph Keese als neuen Handelsblatt-Kolumnisten. Der heutige Cheflobbyist von Axel Springer weiß auf FTD-Nachfrage von seinem Glück bislang nichts.
Auch Mediendienste wie Meedia berichten über Gowers empörte Reaktion auf die vermeintliche "Handelsblatt"-Offerte.