Die Homepage der Gelben Seiten
"Alles andere ist auch Quatsch", findet Harisch. Deshalb hat er beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) in München die Löschung der Marke Gelbe Seiten beantragt, die der Deutschen Telekom und ihrer Telefonbuchtochter DeTe Medien gehört.
Harisch versucht seit einiger Zeit, DeTe Medien beim Geschäft mit Telefondaten Konkurrenz zu machen. Dabei findet er sich mit schöner Regelmäßigkeit vor Gericht wieder - mal wegen Go Yellows Logofarbton (Telekom-Gelbe-Seiten-Gelb), mal wegen des Werbeslogans ("Die neuen gelben Seiten"). Der Löschungsantrag ist gewissermaßen Harischs nukleare Option: Gelänge es ihm, die Gelben Seiten auszulöschen, entfiele die Grundlage der meisten Rechtsstreitereien mit DeTe Medien.
Go Yellow argumentiert, dass die Gelben Seiten keine Marke, sondern ein Gattungsbegriff sind. "Schließlich ist der Name weltweit gleich - siehe Pages Jaunes oder Páginas Amarillas", sagt Harisch. Und selbst wenn die Gelben Seiten eine Marke seien, so der Manager listig, dann gehöre die keinesfalls DeTe Medien. "Das stammt aus Monopolzeiten, und nirgendwo steht, dass die Rechte der Telekom zugeschlagen werden sollen", sagt er.
Peter Littmann von der Markenberatung Brandinsider bezeichnet die Argumentation als "nicht unvernünftig". Bereits die Deutsche Post habe erfahren müssen, dass "Post" nicht schützbar sei. "Vom Gefühl her würde ich eher Aktien von Herrn Harisch kaufen", sagt Littmann. Ob das DPMA dies auch so sieht, entscheidet sich demnächst. Am Mittwoch endet die Frist, innerhalb deren die Streithähne Schriftsätze bei der Behörde einreichen können. Eine Entscheidung soll im Mai oder im Juni dieses Jahres fallen.