Das Album "In Rainbows" von Radiohead wurde massenweise illegal heruntergeladen
Wie die Studie von MCPS-PRS Alliance und Bigchampagne zeigt, kommen die legalen Downloads nur auf einen Bruchteil der illegalen Downloads. Bereits am ersten Tag nach Veröffentlichung wurde "In Rainbows" fast 400.000-mal illegal über das Filesharing-Angebot Bittorrent heruntergeladen. Nach 25 Tagen waren es bereits 2,3 Millionen illegale Torrent-Downloads.
"Inhaber von Urheberrechten sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass sich die Tauschbörsen hartnäckig halten. Sie sind unglaublich beliebt und werden niemals verschwinden", sagte Bigchampagne-Chef Eric Garland. Dies müssten die Plattenfirmen akzeptieren. "Es ist an der Zeit, nicht mehr gegen den Strom der Kundenwünsche zu schwimmen."
Nutzen durch Bekanntheit
Die Musikbranche müsse die Raubkopien auch gar nicht eindämmen, um wirtschaftlichen Erfolg zu sichern, sagte Garland. Dass "In Rainbows" so beliebt ist, habe Radiohead viele Vorteile gebracht. Unter anderem habe dies der Band eine enorme Nachfrage nach Konzertkarten für die diesjährige Tour beschert.
Will Page, Chefvolkswirt bei MCPS-PRS, sagte, die Plattenfirmen sollten sich fragen, ob sich die Kosten von umfangreichen Kontrollen zur Bekämpfung der illegalen Musikdownloads überhaupt lohnten. Der Nutzen einer größeren Bekanntheit müsse mitberücksichtigt werden.
Page widersprach dem Argument, dass andere Bands mit der Umsonststrategie von Radiohead nicht so erfolgreich sein könnten wie die ohnehin schon beliebte britische Gruppe. Radiohead hätten mit ihrem Experiment vielmehr die Kosten und das Risiko für mögliche Nachahmer gesenkt, sagte der Experte.