FTD.de » IT + Medien » Medien+Internet » Warum Verlage Google brauchen

8 Bewertungen  Schrift: AAA

  24.11.2009, 14:00    

Hassliebe: Warum Verlage Google brauchen

Rupert Murdoch kämpft gegen die "Kostenlos-Kultur" im Internet und will Google austricksen. Aber auch wenn sein Verbündeter Microsoft heißt: Diesen Kampf wird der Medienunternehmer verlieren. FTD.de erklärt, warum. von Thomas Wendel (Hamburg) und Felix Wadewitz (New York)
Es wäre ein Dreamteam, falls es zustande kommt: Einerseits Microsoft , der Softwarekonzern, der seit Jahren versucht, im Internet gegen Google zu punkten. Auf der anderen Seite der Medienunternehmer Rupert Murdoch,  der nicht müde wird, über Google  zu schimpfen.
FTD.de erklärt, wie die Verbündeten versuchen, gegen den Suchmaschinenkonzern anzutreten und warum ihr Plan zum Scheitern verurteilt ist. Denn: Verleger können nicht ohne Google.
Dem US-Suchmaschinenbetreiber wirft der Gründer des Medienkonzerns News Corp.  vor, Trittbrettfahrer der Verlage zu sein.
Rupert Murdoch: Nur wer zahlt, soll seine Zeitungen künftig im ...   Rupert Murdoch: Nur wer zahlt, soll seine Zeitungen künftig im Netz lesen können
Deren mit hohen Kosten erstellte Angebote beute Google aus, um Milliarden mit Onlinewerbung zu verdienen.
Murdoch will das ändern: Die Zeitungen seines Konzerns, darunter das "Wall Street Journal" und die Londoner "Times", sollen nur noch gegen Bezahlung im Web zugänglich sein. Mit Microsoft spricht Murdoch darüber, Google den Zugriff auf seine Zeitungsinhalte zu sperren. Diese könnten dann gegen Bezahlung nur noch über Microsofts Suchmaschine Bing auffindbar sein.
Bis vor Kurzem hatte Microsoft nur mäßigen Erfolg mit seinen Versuchen, im Suchgeschäft Fuß zu fassen. Live.com etwa scheiterte, weil die Suchtechnik nicht mit Google konkurrieren konnte.
Kursinformationen und Charts
  Microsoft 28,29 USD  [0.57 +2,06%
  Google 541,14 USD  [7.67 +1,44%
  •  
  • blättern

Erst der Neustart mit Bing klappte. Die Suchmaschine erreicht knapp sechs Monate nach ihrem Start zehn Prozent Marktanteil in den USA. Zudem kooperiert Microsoft mit Yahoo,  das die Bing-Suche nutzt.
Gefährlich wird Microsoft dem Marktführer damit aber nicht. Google liegt in den USA mit 65 Prozent Marktanteil weit vorn, auch wenn der Vorsprung kleiner ist als in Deutschland, wo der Suchmaschinenkonzern mit mehr als 90 Prozent fast Monopolist ist.
Viele Zeitungshäuser sind auf Google nicht gut zu sprechen. Das Angebot "Google-News" etwa bündelt die Inhalte der Onlineangebote verschiedener Zeitungen und stellt in den USA Anzeigen seiner Werbekunden daneben.
Technisch wäre es leicht möglich, Google den Zugang zu den Inhalten zu versperren. Doch die Zeitungshäuser stecken in einem Dilemma: Viele Besucher finden erst über die Suchmaschine den Weg auf ihre Webseiten. Google hat es deshalb leichter, die Bedingungen zu diktieren.
"Google-News" treibt vielen Nachrichtenseiten Leser zu - ...   "Google-News" treibt vielen Nachrichtenseiten Leser zu - das bringt den Verlagen Traffic
Gäbe es Konkurrenten zum derzeitigen Marktführer, hätten die Verlage eine Alternative. Böte Bing exklusiven Zugang zu den Inhalten bestimmter Medien, könnten Leser Google den Rücken kehren. Dies könnte die weltgrößte Suchmaschine zwingen, ebenfalls für Inhalte zu zahlen, lautet die Überlegung.
Deutschlands Verlage sind noch stärker von Google abhängig. Schließlich haben die Konkurrenten der Suchmaschine hierzulande noch geringere Marktanteile. "30 bis 50 Prozent des Traffics auf den Webseiten der deutschen Verlage kommen über Google", konstatiert Holger Kansky vom Zeitungsverlegerverband BDZV.
Es sei fraglich, ob sich der von Microsoft vorgeschlagene Ausschluss des Marktführers rechne. "Der Reichweitenverlust kann mit solchen Nutzungsgebühren kaum ausgeglichen werden."
Umgekehrt ist das Drohpotenzial der Verlage gering: "Die journalistischen Webseiten leben zwar stark von Google", heißt es in einem Medienhaus, "aber Google lebt kaum von journalistischen Webseiten."
Die amerikanischen Zeitungen sind wegen ihrer globalen Reichweite interessanter für Suchmaschinenbetreiber als deutsche Medienangebote im Web. Microsoft dürfte ihnen das meiste Geld bieten.
Kooperiert mit Google: "New York Times"   Kooperiert mit Google: "New York Times"
Google schloss beispielsweise seine ersten Kooperationen mit der "New York Times" und der "Washington Post". Die Verlage werden an den Werbeumsätzen beteiligt.
In Deutschland wollen die Verleger nun auch Ähnliches erreichen. "Dazu gehört auch, dass Google transparent macht, warum bestimmte Webinhalte in den Trefferlisten ganz oben landen, andere wiederum nicht", sagt BDZV-Experte Kansky.
Den Ausbau seiner Onlinesparte lässt sich Microsoft viel kosten. Mehr als 20 Mrd. $ investierte der Konzern, schätzen Analysten. Etwa die Hälfte floss ins Suchgeschäft.
Allein für die TV-Kampagne zur Markteinführung von Bing gab Microsoft 100 Mio. $ aus. Vor allem das Geschäft mit Werbeanzeigen neben Suchergebnissen lockt den Konzern.
Exklusivinhalte von Verlagen könnten Bing zwar helfen, Stammnutzer zu gewinnen. Jedoch ist die Zahl der Zeitungsleser im Web nicht so groß, dass Microsoft allein damit Google in Schwierigkeiten bringen könnte.
  • FTD.de, 24.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland
  Bilderserie Standorte in Europa Wo Opel Stellen streicht
 



18:38:03 Börsenkasten
Name aktuell   
Microsoft 28,29 USD   +2,06% 
Apple 197,25 USD   +1,61% 
Google 541,14 USD   +1,44% 
Intel 19,7801 USD   +2,22% 
  •  
  • blättern

  08.02. Angst um Euro-Zone Wie gut kennen Sie die PIGs?

Die Angst vor der Staatspleite geht um. Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien stehen unter extremem Verkaufsdruck. Der Kapitalmarkt hat sie PIGs-Staaten getauft. FTD.de testet, ob Sie für das Schlimmste gerüstet sind.

Griechenland, Spanien und Portugal werden vom Kapitalmarkt abgestraft. Welches dieser drei Länder weist 2009 das geringste Haushaltsdefizit gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus?

Angst um Euro-Zone: Wie gut kennen Sie die PIGs?

Alle Tests

Alex - der Comic aus der FTD
Wie steht SAP mit der neuen Doppelspitze da?

 

Wie steht SAP mit der neuen Doppelspitze da?

Zum Ergebnis Alle Umfragen

FTD-Mobil

Aktuelle Nachrichten und Börsenkurse rund um die Uhr. mehr FTD-Mobil

FTD-Börsenticker

Börsenkurse, Nachrichten, oder ihr Portfolio - der Börsenticker hält Sie auf dem Laufenden. mehr FTD-Börsenticker

FTD-Podcast

Die Nachrichten der FTD im schnellen Überblick. mehr FTD-Podcast

Sudoku

Lösen Sie das Zahlenkniffel mehr

leicht mittel schwer

Sudoku - Lösen Sie das Zahlenkniffel
Newsletter

Egal ob Eilmeldung oder Wochenrückblick - bei uns erhalten Sie die Nachrichten, die Sie wünschen, per Mail.

Newsletter abonnieren!
Wetter

weitere Städte

09.02.2010

wolkig 11°C

5°C

20 %

10.02.2010

leicht bewölkt 7°C

-2°C

10 %

11.02.2010

leicht bewölkt 8°C

-3°C

10 %

12.02.2010

leicht bewölkt 7°C

-5°C

10 %

powered by wetter.com

 FTD-Wirtschaftswunder

Alles über Konjunktur und Economics mehr

FTD-Chefökonom Thomas Fricke
FTD-Abo-Shop

Jetzt online attraktive Preisvorteile und Prämien sichern.Eine zusammengerollte Ausgabe der FTD
Einfach hier klicken!

Tipp it, Kick it

Das Tippspiel für Fußballfans! Tipp it, Kick it - Das Fußball-Tippspiel mehr

Sonderbeilagen

Trends und Themen gebündelt

Trends und Themen gebündelt mehr

Weekend - Out of Office
Weekend - Out of Office
  •  
  • blättern
IT + Medien im Fokus

  28.01. So funktioniert das iPad

Bilderserie Es sollte die Innovation des Jahres werden. Aber bereits jetzt werden kritische Stimmen laut: Technische Mängel und fehlende Extras enttäuschen die Apple-Jünger. FTD.de erklärt, was das iPad kann - und was nicht. von von Lars Berg und Isabel Gomez mehr

Mehr zu: Apple, Steve Jobs, iPad

Tablet-Computer: So funktioniert das iPad (8) Daten zum iPad: Jobs' neuer Coup (5) Apple gegen Microsoft: Die Evolution der Tablets (12) Bilderserie: Wie sich Microsoft und Google bekämpfen (7) Elektronikmesse CES: Mit Uhrentelefon  und Tablet-PC durch Las ... Bilderserie: Bildschirme für Bücher (7) Von HTC bis Nexus One: Telefonieren mit Google (8) Technik-Ideen zur falschen Zeit: Schlau erfunden, genial gefloppt (6) Geschenkideen für Sie: Xmas for the Ladies (10)
IT+TELEKOMMUNIKATION
  •  
  • blättern
MEDIEN+INTERNET
  •  
  • blättern
COMPUTER+TECHNIK
  •  
  • blättern
 
Home | Unternehmen | Finanzen | Börse | Politik | Management+Karriere | IT+Medien | Wissen | Sport | Auto | Lifestyle | zum Seitenanfang

© 1999 - 2010 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote