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Merken   Drucken   02.11.2011, 10:40 Schriftgröße: AAA

"Huffington Post": AOL drängt zurück in den deutschen Markt

 Der einst größte Medienkonzern der Welt zog sich vergangenes Jahr fast vollständig aus Europa zurück. Mit der Onlinezeitung "Huffington Post" versucht AOL ein Comeback. Auch international soll die Expansion weitergehen.
Der einst größte Medienkonzern der Welt zog sich vergangenes Jahr fast vollständig aus Europa zurück. Mit der Onlinezeitung "Huffington Post" versucht AOL ein Comeback. Auch international soll die Expansion weitergehen. von Andreas Albert  und Leo Klimm 
Schon in den nächsten sechs Monaten soll die US-Onlinezeitung "Huffington Post" in Deutschland erscheinen. Das sagte der bei AOL  für den Ausbau von Inhalten verantwortliche Jimmy Maymann laut Medienberichten. Wie in Frankreich wagt der Konzern den Markteintritt allerdings nicht allein: Es gebe Verhandlungen mit verschiedenen möglichen Partnern in Deutschland, sagte Maymann dem Branchendienst "Meedia".
AOLs Medienchefin Huffington will ihren Blog nach Deutschland bringen   AOLs Medienchefin Huffington will ihren Blog nach Deutschland bringen
Einen festen Kooperationspartner, mit dem eine inhaltliche Positionierung festgelegt werden solle, gebe es aber noch nicht. In Frankreich will AOL gemeinsam mit "Le Monde" "lehuffingtonpost.fr" herausgeben. Die erste nicht-englischsprachige Ausgabe soll dort in der zweiten Novemberhälfte starten. Eine spanische Version ist für Anfang 2012 geplant.
AOL versucht, über die "Huffington Post" wieder in Europa Fuß zu fassen. Der angeschlagene Webpionier hatte sich 2010 fast ganz zurückgezogen. Lediglich bei der Vermarktung von grafischer Internetwerbung trat AOL nicht den Rückzug an. Auch der Technikblog "Engadget", wird weiter in Deutschland herausgegeben.
Über die "Huffington Post" dürfte AOL nun wieder verstärkt im Onlinewerbemarkt in Europa mitspielen wollen. Die Seite finanziert sich allein über Anzeigen. Das solle auch für den deutschen Ableger gelten: "Wir vertrauen auf Anzeigenerlöse", sagte Maymann dem Branchendienst. "Dies ist ein langfristiges Spiel."
Der europäische Onlinemarkt wird für US-Medienunternehmen zunehmend attraktiv. Anfang kommenden Jahres will das "Wall Street Journal" einen deutschsprachigen Ableger starten, der nur online erscheinen soll. Anders als die "Huffington Post" versucht die zum Murdoch-Konzern gehörende Zeitung, mit einer Hybridstrategie aus kostenlosen und kostenpflichtigen Inhalten Geld zu verdienen.
Die Investition in Deutschland bleibt für AOL zunächst überschaubar: Die "Huffington Post" wolle ein gutes Dutzend Mitarbeiter einstellen, sagte Maymann laut "Meedia". "Deutschland ist ein interessanter Markt für Nachrichtenangebote." Es gebe in Deutschland Raum für Innovationen.
Die Übertragung des US-Konzepts in andere Sprachen gilt wegen kultureller Unterschiede als anspruchsvoll. Um den Mangel an Erfahrung in fremdsprachigen Märkten auszugleichen, will Huffington sich bei ihrer Expansion daher immer mit einheimischen Partnern verbünden. "Die Seite muss jeweils richtig französisch, deutsch oder spanisch sein", sagte die Gründerin Arianna Huffington bei der Vorstellung der Zusammenarbeit mit "Le Monde" Anfang Oktober.

Teil 2: Auch "Techcrunch" könnte nach Deutschland kommen

  • FTD.de, 02.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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