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Merken   Drucken   09.09.2008, 08:44 Schriftgröße: AAA

Internet für alle: Google baut Webzugang per Satellit  

Google will zusammen mit Medienmanager John Malone und der Großbank HSBC in Schwellenländern günstige drahtlose Webzugänge vermarkten. Zu diesem Zweck haben die drei Geschäftspartner das Unternehmen O3B Networks gegründet. von Andrew Edgecliffe-Johnson (New York)
O3B steht für "other three billion" - die anderen drei Milliarden Menschen, für die schnelle Breitbandinternetzugänge derzeit wirtschaftlich nicht realisierbar sind. Um das Projekt umsetzen zu können, wollen Google , Malone und HSBC insgesamt 16 Satelliten vom französischen Luft- und Raumfahrtkonzern Thales  anfordern. Im Rahmen eines 750 Mio. $ teuren Projekts sollen in Ländern in Äquatornähe Mobilfunkmasten per Satellitenverbindung an Breitbandnetze angeschlossen werden.
Google-Manager Larry Alder sagte, das Projekt senke die Kosten für Bandbreite in solchen Märkten um 95 Prozent. Dies passe sehr gut zu Googles Mission, die Internetnutzung in Entwicklungsländern zu fördern, sagte er. "Es ist sehr variabel in der Größe", sagte Alder. "Wir bei Google mögen Projekte, wo sehr viel Größe möglich ist."
Bislang haben die Partner je rund 20 Mio. $ investiert, hinzu kommt ein kleinerer Beitrag des Medienberaterunternehmens Allen & Company. In den kommenden zwei Jahren werde seine Bank die Suche nach weiteren Finanzquellen anführen, sagte HSBC-Manager Richard Cole. Rund 70 Prozent der Mittel sollen am Rentenmarkt eingesammelt werden. Die drei Partner würden sich möglicherweise an den zusätzlichen 150 Mio. $ bis 180 Mio. $ beteiligen, die dann benötigt werden, sagte Mike Fries, Chef von Malones Kabelunternehmen Liberty Global.
Gegründet wurde O3B Networks vom Technologieunternehmer Greg Wyler. Er sagte, die Satelliten würden bis Ende 2010 einsatzbereit sein. Über die notwendigen Sendefrequenzen verfüge man bereits. Das auf der britischen Kanalinsel Jersey ansässige Unternehmen wird sich jetzt darum bemühen, in Schwellenmärkten Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und des Nahen Ostens Kommunikationsunternehmen für das Vorhaben zu gewinnen. Denkbar wäre aber auch der Einsatz in Ländern wie Mexiko, so Alder.
Quelle: The Financial Times
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