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Merken   Drucken   10.01.2008, 23:53 Schriftgröße: AAA

James muss zeigen, wie es geht  

Diese Woche schaut Großaktionär James Murdoch erstmals bei Premiere vorbei. Nachdem er schnell zugeschlagen hat, um den Rivalen Vivendi auszubooten, fehlt jetzt eine tragfähige Strategie für den Sender. von Angela Maier, Sven Clausen und Matthias Lambrecht
James Murdoch drückt aufs Tempo: Noch in dieser Woche schaut der neue Großaktionär von Premiere persönlich in der Medienallee in Unterföhring vorbei. Bislang hat der Europachef des Medienkonzerns News Corp.  den Einstieg beim Bezahlsender ohne einen Besuch der Unternehmenszentrale organisiert. Den am Montagabend bekannt gemachten Coup steuerte der Sohn des Konzerngründers Rupert Murdoch über das Telefon. "Es war Neujahr, alle waren bei ihren Familien", heißt es aus dem Kreis der Verhandlungsteilnehmer.
Murdoch und Premiere -Chef Michael Börnicke werden sich erstmals ausführlich über die strategischen Perspektiven des Senders austauschen. Dafür war im Verkaufsprozess bislang kaum Zeit. "Murdoch hat erst mal zugeschlagen, der hat noch kein Konzept in der Tasche", ist sich ein Brancheninsider sicher. "Es ging vor allem darum, die Tür für die Franzosen zuzumachen."
Gerüchte über einen Einstieg des Medienkonzerns Vivendi hatte es seit Monaten gegeben. Nach Informationen der FTD waren die Verhandlungen weit fortgeschritten, die Kaufinteressenten bereits dabei, die Zahlen von Premiere genauer unter die Lupe zunehmen. Dennoch überraschte Murdochs Tempo die Verkäufer, die von der Investmentbank Lehman Brothers kontaktiert wurden und dann mithilfe der Anwaltskanzlei Freshfields den Deal aushandelten. "Wir waren überrascht, wie eilig er es hatte", erzählt ein Beteiligter. Wenige Tage nach dem Erstkontakt stand der Preis. Danach ging es nur noch um technische Details.
Auf eine genauere Prüfung des Unternehmens verzichtete News Corp. "Die hatten sich den Laden vorher schon x-mal angeschaut", heißt es aus dem Umfeld der beteiligten Unternehmen. Trotzdem gelten die 287 Mio. Euro, die der Kabelkonzern Unitiy Media und seine Eigner, die Finanzinvestoren BC Partners und Apollo, beim den Verkauf ihres Anteils von 14,58 Prozent erzielten, als sehr hoch. "Ein Wahnsinn, was die da bezahlt haben", wundert sich ein Branchenkenner.

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