"Angesichts des geringen Marktanteils von
Microsoft bei der Internetsuche hat der Konzern aber gute Chancen, in den USA eine Genehmigung zu bekommen", sagte der Kartellrechtler Joseph Friedman von der Kanzlei Thorp Reed & Armstrong in Pittsburgh.
Der Softwarekonzern kommt gemeinsam mit
Yahoo in den USA bei Internetsuchen auf einen Marktanteil von 33 Prozent und rangiert damit auch nach einer Übernahme weit hinter
Google mit 58 Prozent. Je länger sich eine Prüfung hinzieht, umso stärker sinken Microsofts Chancen jedoch.
Nach einem möglichen US-Regierungswechsel müsse Microsoft mit strengeren Auflagen oder gar einer Untersagung rechnen, sagte Friedman. Die Bush-Regierung gilt als geneigt, Großfusionen zu gestatten. Herb Kohl, demokratischer Senator aus Wisconsin, forderte bereits eine Anhörung vor dem Senat.
Unklar ist noch, ob die Wettbewerbsbehörde FTC oder das Justizministerium den Plan in den USA prüfen. Beide werden voraussichtlich versuchen, den Fall an sich zu ziehen. "Auf das Ergebnis wird das keinen Einfluss haben", sagte ein Kartellrechtler in Washington.
Obwohl Microsoft keine marktbeherrschende Stellung im Internet hat, dürften sich die EU-Wettbewerbshüter die geplante Yahoo-Übernahme ebenfalls genau ansehen. "Allein wegen der langen Historie mit Microsoft wird die EU-Kommission den Fall eingehend prüfen", sagte eine Brüsseler Kartellanwältin. "Die Kommission wird sich anschauen, ob Microsoft versuchen wird, seine beherrschende Position im PC-Markt auf andere Märkte wie Suchmaschinen zu übertragen", erwartet ein US-Kartellanwalt.