Konsumenten, die im Internet einkaufen, sollen sich nach Ansicht von Toys'r'us-Chef Jerry Storch Gedanken über die damit einhergehenden Umweltfolgen machen. Im Interview der Financial Times bezeichnete Storch den Internethandel als "wenig ökologisch". Der US-Spielwareneinzelhändler Toys'r'us konzentriert sich weitgehend auf das traditionelle Ladengeschäft. "Die Leute sind hingerissen davon, dass sie alles bestellen und nach Hause geliefert bekommen können, dass sie gar nicht an die CO2 -Bilanz denken. Aber das wird sich ändern", so Storch.
In Kürze beginnt das Weihnachtsgeschäft, das in den USA bereits durch eine Flut von Onlineangeboten eingeleitet wurde. Seit Jeff Bezos 1994 den Onlineeinzelhändler Amazon gründete, hat sich immer mehr abgezeichnet, wie angenehm der Internethandel für die Nutzer ist, welche Bedrohung er aber auch für traditionelle Ladengeschäfte darstellt. Fragen zu den Folgen für die Umwelt wurde dabei jedoch vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Amazon erklärt dazu: "Der Einkauf im Internet ist effizienter und ermöglicht ein umweltfreundlicheres Einkaufserlebnis als der Einkauf im traditionellen Handel." Akademische Studien gelangten bisher nicht zu einer solch definitiven Schlussfolgerung. Jason Mathers, Manager vom Environmental Defense Fund, sagte: "Auf die Einzelheiten kommt es an. Es gibt keine einfache Antwort. Es gibt gewisse Vorteile, die der Internethandel haben könnte, aber nicht unbedingt hat." Der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen, die die Warenlieferung ins Haus im Vergleich zum Einkauf im Laden mit sich bringen, hängen von verschiedenen Faktoren ab: den eingesetzten Fahrzeugen, der Entfernung, der Anzahl gekaufter Produkte, den erfolglosen Lieferungen und den zurückgeschickten Waren.
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Toys'r'us-Chef Storch sagte: "Ein Paket per Lkw über die Landstraße im ländlichen Connecticut zu liefern ist wohl kaum die umweltfreundlichste Art der Warenlieferung." Und er fügte hinzu: "Ich möchte hier niemanden schlechtmachen." Toys'r'us habe 2011 Waren im Wert von 1 Mrd. Dollar über das Web verkauft, das entsprach sieben Prozent des Gesamtumsatzes. Viele dieser Bestellungen seien zu den Käufern nach Hause geliefert worden, so Storch. "Das wollen die Kunden." Er schränkte aber ein: "Allmählich werden die Leute erkennen: ‚Moment mal, ich bringe gerade die Kinder zur Schule. Der Laden ist gleich hier. Ich kann's doch einfach abholen.‘"
2009 kam eine Studie der Heriot-Watt-Universität in Edinburgh zu dem Schluss: "Zwar birgt weder die Lieferung ins Haus noch der konventionelle Einkauf einen absoluten CO2-Vorteil, doch im Durchschnitt wird durch die Lieferung ins Haus wahrscheinlich weniger CO2 ausgestoßen als durch die herkömmliche Einkaufstour." Im selben Jahr ergab eine Studie der Carnegie-Mellon-Universität, dass beim Kauf eines Flash-Speichers auf Buy.com im Vergleich zum traditionellen Einkauf 35 Prozent weniger Energie verbraucht und CO2 ausgestoßen wird.