Alexander Ljung will mit seinem Startup Soundcloud die Welt akustisch vermessen
Deshalb auch Berlin. Vor viereinhalb Jahren zog Ljung mit seinem Mitgründer Eric Wahlforss dorthin. Dass ihr Unternehmen in Europa sitzen würde, stand für die Gründer ohnehin fest, die Musikszene sei dort viel spannender als in San Francisco, sagte Ljung einmal. Also die deutsche Hauptstadt und nächtliche Touren durch die Klubs. So betreibt man als hippes Startup der Musikbranche Akquise: Nachts um 4 Uhr auf der Tanzfläche Produzenten ansprechen.
Sie mussten sich zusammenreißen, sagt Ljung, um nicht zu sehr dem Lotterleben zu verfallen: "Es gibt in Berlin ja quasi ,professionelle‘ Klubgänger und genug Leute, die sich mit zehn Stunden Arbeit in der Woche über Wasser halten können."
Ljung und Wahlforss arbeiten deutlich mehr - haben aber wohl auch genügend zusammen gefeiert. Die beiden kennen sich schon aus Studienzeiten in Stockholm. Ljung belegte Kurse aus allen möglichen Fachrichtungen: Philosophie, Literaturgeschichte, Politik, Filmmusik. Auch an der technischen Hochschule war er eingeschrieben, für Medientechnik - und war nebenher der dortige Gleichstellungsbeauftragte.
Seit etwa einem halben Jahr pendelt er nach San Francisco, wo Soundcloud im September seine erste amerikanische Niederlassung bezogen hat. Die Schweden expandieren und erweitern ihr Geschäftsmodell, deshalb nun doch auch das Silicon Valley.