Johann, der älteste der drei Söhne, erwächst in jenen Jahren zum neuen Familienoberhaupt. Er ist zunächst seinen eigenen Weg gegangen, hat als Banker in den USA gearbeitet, hat zu einer Zeit gegen das Apartheidssystem gewettert, da das für eine weiße Unternehmerfamilie in Südafrika noch höchst inopportun war. Nun übernimmt er das Sagen bei Richemont, kauft zu und stößt ab, setzt immer stärker auf Uhren und Schmuck. Analysten und Aktionäre lieben Rupert, der nicht nur als scharfsinniger Analytiker gilt, sondern seinen Luxuskonzern als Ferrari-Fahrer, Inhaber eines exklusiven Golfklubs und Liebhaber teurer Weine durchaus glaubhaft repräsentiert.
Als am Freitag verlautete, dass Rupert im April den Deutschen Norbert Platt als CEO ablöst, stieg die Aktie des Dachkonzerns von Marken wie Cartier oder Montblanc um fünf Prozent. Der künftige Chef meinte zwar, er sei vorsichtig, was den Aufschwung betreffe, auf die neue Aufgabe aber freut er sich trotzdem: "Für mich ist das kein Job, es ist Spaß."