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Merken   Drucken   11.11.2009, 19:30 Schriftgröße: AAA

Kopf des Tages: Peter Figge leckt erst spät Blut

Mit Peter Figge bekommt die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt Mitte 2010 einen neuen Chef. Der 44-Jährige hat unter anderem die Telekom-Werbung mit dem Tenor Paul Potts entworfen. von Gregor Kessler 
Menschen, die Peter Figge  kennen, loben seine strategische Denke. Die kann man dem zukünftigen Vorstandssprecher der Agentur Jung von Matt auch unterstellen. Schon aus seinem ersten Berufswunsch - Tierarzt - will er ein neues Berufsbild der Werbebranche extrapolieren. Der Tierarzt, so Figge, "ermittelt eine Anamnese, entwickelt eine Therapie und begleitet den Heilungsprozess". Und in diesem Analysieren, Motivieren und Beraten sei der Tierarzt im Grunde der perfekte Agenturmitarbeiter.
Peter Figge soll ab Mitte 2010 neuer Chef der Werbeagentur Jung von ...   Peter Figge soll ab Mitte 2010 neuer Chef der Werbeagentur Jung von Matt sein
Wenig geht dem 44-jährigen Westfalen ärger gegen den Strich als das Bild des Werbers als Handwerker, der mit dem Kreativwerkzeugkasten anrückt, wenn der Absatzkanal verstopft ist. "Wir sind keine Unternehmensberater, aber wir verstehen uns durchaus als beratendes Unternehmen", ist einer seiner Lieblingssätze.
Als Chef von Tribal DDB hat er vorgemacht, wie das geht. Die Multi-Channel-Agentur hat mit der Horst-Schlämmer-Kampagne für Volkswagen und der Telekom-Werbung mit dem Tenor Paul Potts zwei der erfolgreichsten Werbecoups 2008 gelandet.
Gleichzeitig hat Figge ein neues Agenturmodell etabliert. Eines, in dem das Kommunikationskonzept im Mittelpunkt steht und alles andere ausgelagert werden kann. Denn, so Figge, "wenn man Markenkommunikation über viele Kanäle hinweg gestaltet, muss man kooperieren und abgeben können". Figge will Ideen entwickeln, umsetzen können sie auch andere. Weil Tribal DDB eben das tut, kürte das Branchenblatt "Horizont" Figge Ende 2008 zum "Agenturmann des Jahres".
Was genau nun der zum 1. Juli 2010 anstehende Wechsel an der Spitze für Jung von Matt bedeutet, dazu schwieg Figge am Mittwoch. In Interviews spricht er oft vom "radikalen Wandlungsprozess", den die Branche gerade durchlaufe. Jean-Remy von Matt, der die Agentur 1991 gemeinsam mit Holger Jung gegründet hatte, verkündete per Pressemitteilung, es gebe für die Zukunft von Jung von Matt "keinen Geeigneteren als Peter Figge, da er alle Erfahrungen mitbringt, die die Zukunft der Kommunikation fordert".
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Die sammelte Figge zunächst in einer kleinen Agentur im schweizerischen Fribourg, bei der er als Student der Wirtschaftswissenschaften nebenher die Buchhaltung erledigte. Erst als er auch mal mit zum Kundengespräch durfte, habe er in der Agenturwelt "Blut geleckt". So nachhaltig, dass er bald zu den ganz Großen der Branche gehörte.
Wie genau nun die Verantwortlichkeiten zwischen den beiden Jung-von-Matt-Gründern, die im Vorstand bleiben, und dem neuen Sprecher verteilt werden, darüber gebe es "sehr genaue Absprachen", sagte Figge. Details will er hierzu ebenso wenig verraten wie zur Höhe seiner zukünftige Beteiligung am Unternehmen. Sie sei "ausreichend", heißt es knapp.
  • Aus der FTD vom 12.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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